10.08.2008Idioten bringen HFC in Gefahr / Verein reagiert mit Selbstbeschränkung
Es ist eigentlich unbegreiflich: Wieder einmal haben es wenige Unverbesserliche geschafft, einen ganzen Verein mit friedlichen Fans in Veruf zu bringen. Beim Spiel des Halleschen FC gegen Hannober 96 in der ersten Runde des DFB-Pokal feierten rund 10.000 Fans in der halleschen Arena ein freidliches Fusballfest und freuten sich auf ein lockeres Ausklingen. Doch leise schlichen sich die Chaoten auf und davon. In der 80. Minute schlugen sie zu. Von welcher Seite die Provokationen ausgingen, kann nicht gesagt werden. Sicher gab es im Gästeblock zwei Rauchsäulen im Verlauf des Spiels. Sicher wollten auch Hannoveraner den Zaun erklimmen. Doch hallesche (waren es diese tatsächlich) Deppen mussten erst den Weg über die Gegentribüne nehmen, um überhaupt den leeren Trennblock zu den Gästefans zu erreichen. Diese wenigen 20 bis 30 Leutchen bringen einen Verein an den Rand der Existens. Dies kann nicht geduldet werden. Wie von unseren Leuten, welche sich in der Fankurve aufhielten, berichten wurde, mussten diese Angst vor Schlägen haben, als man im Fanblock auf die Blödheit der Aktion hinwies und das Herunterkommen von den Zäunen forderte. Angst vor Schlägen von sogenannten Fans der eigenen Mannschaft? Genau hier liegt das Problem! Diesen Typen ist der Verein völlig egal. Deshalb ist für uns als Fanclub BottleBoys Halle/Saale völlig klar, dass alles Erdenkliche getan wird, damit diese Idioten für immer aus dem Umfeld des HFC verschwinden.
Wir fordern, egal ob Leipzig, Erfurt oder Halle, Idioten raus aus dem KWS und aus den Stadien, wo der HFC sonst auftritt! Wir geben ihnen künftig keine Chance mehr, an unserer Seite aufzutreten. Wir werden die Fankurve ab sofort meiden. Sollte dies nicht ausreichen, werden wir totale räumliche Entfernung aufnehmen, um eine Ausgrenzung zu erreichen. Wir rufen alle echten Fans des HFC auf, dies ebenso zu tun.!
Dies ist auch der Grund, warum wir voll und ganz hinter allen Entscheidung des Vorstandes und Verwaltungsrates des HFC sowie der Regionalligamannschaft stehen, auch wenn Nico Kanitz in seinem offenen Brief nicht immer die richtigen Worte gefunden hat und damit auch echten Fans des Teams in den Allerwertesten tritt. An dieser Stelle veröffentlichen wir die Erklärung des Verwaltungsrates und des Vorstandes des HFC sowie den offenen Brief der Regionalliga-Elf des HFC:
Erklärung des Verwaltungsrates und des Vorstandes des HFC"Nach dem heutigen DFB-Pokalspiel gegen Hannover 96 fand eine sofort einberaumte Sondersitzung des HFC-Verwaltungsrates und -Vorstandes statt. In Auswertung der in keinster Weise zu tolerierenden Vorkommnisse distanzieren sich die HFC-Führungsgremien, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle sowie die gesamte 1. Männermannschaft einschließlich der Trainer und Betreuer auf das entschiedenste von den unverbesserlichen Krawallmachern und Randalierern, die am heutigen Nachmittag ein 80-minütiges Fußballfest durch ihre in vollstem Maße zu verurteilenden Provokationen in die Nähe eines Spielabbruchs brachten. Die Führungsgremien des Halleschen FC e. V. werden in Abstimmung mit den Sicherheitsinstitutionen zur schnellstmöglichen Aufklärung dieser Vorfälle sorgen und mit den dem Verein möglichen Sanktionen (z. B.: Stadionverbote) in aller Härte gegen die Randalierer vorgehen. Es ist die unerschütterliche Meinung der halleschen Fußballgemeinde, dass diese dem Fußballsport fremden Auswüchse mit aller Entschiedenheit zu bekämpfen sind.
In diesem Zusammenhang fordern wir alle ehrlichen Fußballanhänger auf, uns bei unseren diesbezüglichen Bemühungen in jedweder Art und Weise zu unterstützen! Alle Personen, die dem Ansehen unseres Vereins und unserer Stadt und Region Halle (Saale) in irgendeiner Form schaden, sind ab sofort von allen im Zusammenhang mit unserem HFC stehenden Veranstaltungen - seien es Spiele, Fanforen oder ähnliches - ausgeschlossen.
GEMEINSAM FÜR DIE ZUKUNFT EINES SAUBEREN UND EHRLICHEN FUßBALLSPORTS IN HALLE!
GEMEINSAM GEGEN GEWALT, RASSISMUS UND ANTISEMITISMUS!Dr. Michael Schädlich, Jörg Sitte und Ralph Kühne für den Verwaltungsrat und den Vorstand des Halleschen FC e. V."
Offener Brief der 1. Männermannschaft an die HFC-Fans:
"Uns reicht's: Lernt Euch endlich Benehmen, wie ordentliche Menschen!Auf diesem Wege möchte sich die 1. Männermannschaft zu den verurteilenswürdigen Vorkommnissen am Rande des gestrigen DFB-Pokalspiels äußern. Wir schreiben hier mit Absicht 'die' und nicht mehr 'Eure', denn mit Teilen unserer Fanszene möchten wir auch nicht ansatzweise in Verbindung gebracht werden. Uns reicht es! War schon die letzte Saison mit dem Punktabzug nach dem Spiel gegen Jena II für uns ernüchternd, folgten nun als 'Höhepunkte' die Auftritte in Frankfurt und zum Heimspiel gegen Hannover 96. Wir tragen mit Stolz die rot-weißen Farben und das Emblem unseres HFC. Wir schämen uns jedoch für die kriminellen Chaoten, die bisher noch unsere Spiele mitverfolgen durften. Wir sagen es hier in aller Deutlichkeit: Angefeuert werden ist schön und kann sicherlich noch das letzte Prozent mehr Leistungsfähigkeit aus einem herauskitzeln. Doch die Fans beim HFC nehmen sich selbst im allgemeinen sowieso viel zu wichtig. Uns als Spieler interessiert Euer ganzer 'Ultra-Quatsch' nicht die Bohne. Gründet doch, wie bei Chemie Leipzig geschehen, Euren eigenen Verein und feuert diesen im wahrsten Sinne des Wortes an, bis ihr auch dort gefeuert werdet... Lasst aber unseren HFC in Ruhe und haut ab! Ihr zerstört alles, was die Vereinsführung in mühevoller Kleinarbeit und wir Sportler mit unseren Leistungen aufgebaut haben. Da Eure Randale in Euren Augen ja nur 'Kinderkram' ist, machen wir es jetzt eben mit Euch, wie es kleine Kinder nicht anders verdient haben: Wir nehmen Euch Euer Spielzeug einfach weg! Die Vereinsführung mit Stadionverboten und Zuschauerbeschränkungen und wir selbst mit dem Verlassen des Platzes, sobald auch nur ansatzweise wieder aus unserem Fanblock gezündelt wird, rassistische Sprüche ertönen oder Gewalt droht!
Ihr habt es vielleicht gestern nicht mitbekommen: Nach dem Abpfiff kam ein kleiner hallescher Junge, der sehr schwer sehbehindert ist, auf das Spielfeld zu seinem Idol Robert Enke. Der übergab ihm seine Torwarthandschuhe und unterschrieb sie noch. Ihr hättet mal in die Augen des Kleinen sehen sollen...
Genau dies, aber auch die Achtung vor dem sportlichen Kontrahenten, der gestern Hannover hieß und nächste Woche Sachsen Leipzig heißt, macht den Fußballsport aus. Ihr jedoch macht ihn kaputt. Und kommt uns bitte nicht wieder mit irgendwelchen Sammlungen für ein Abendessen der Mannschaft! Wir werden jedenfalls die nächsten Spiele nicht mehr in die Fankurve gehen. Erkämpft Euch unsere Achtung mit fairem Verhalten in und um die Stadien, in welchen unser HFC auftritt, erstmal zurück!
Mit diesem Brief richten wir uns ausdrücklich an die Chaoten und nicht an unsere treuen Anhänger, die uns fair und ordentlich unterstützen!
Nico Kanitz im Namern der gesamten 1. Männermannschaft des HFC"
Der Hallesche FC reagiert auf die Geschehnisse im Kurt-Wabbel-Stadion mit einer Selbstbeschränkung. Für das anstehende Derby gegen den FC Sachsen Leipzig wird es keine Stehplatzkarten im Bereich des HFC geben. Jeglicher Vorverkauf ist ab sofort gesperrt. Lediglich die Haupttribüne wird den halleschen Fans zur Verfügung gestellt. Ist diese ausverkauft, wird es keinerlei Ausnahmen geben. Weder Bad- noch Fankurve werden am kommenden Sonntag geöffnet werden. Für die Gästekurve stellt der Hallesche FC 500 Karten zur Verfügung. Diese können ausschließlich in Leipzig erworben werden. Mit diesem deutlichen Zeichen zeigt der Hallesche FC allen Idioten die rote Karte. Wer es jetzt noch immer nicht kapiert hat, wird es nie begreifen und hat auch in Fußballstadien nichts verloren!