24.05.2009Die Spannung bleibt auf dem Siedepunkt
Die Spannung in der Regionalliga Nord ist fast nicht mehr zu überbieten. Keiner der beiden Teams, welche sich um den Aufstiegsplatz streiten, konnte aus seinen Heimspielen Kapital schlagen. Sowohl Spitzenreiter Holstein Kiel als auch der nur um sechs Tore schlechtere Hallesche FC ließen Punkte gegen ihre Spieltagskonkurrenten liegen. Während Die "Störche" aus Deutschlands Norden selbst eine 81 Minuten dauernde Überzahl gegen den VFC Plauen nicht in einen Sieg umwandeln konnten und sich mit einem torlosen Unentschieden begnügen mussten, reichte den Hallensern eine Zwei-Tore-Führung nicht zum Drei-Punkte-Erfolg. Gegen Hertha BSC II kamen die Saalestädter nur zu einem 2:2. Doch der Reihe nach.
Bei Chemie merkte man vom Anpfiff an, dass im altehrwürdigen Kurt-Wabbel-Stadion der Sieg erkämpft werden sollte. Bereits nach zwei Minute semmelt Markus Müller nach einer Eingabe von Pavel David das Leder über die Querlatte. Doch auch in dieser äuserst agilen Phase der Hausherren machen Herthas "Bubis" mit schnellen Angriffen auf sich aufmerksam und treffen prompt das Gebälk des von Dark Horvat gehüteten HFC-Tors. Doch dann schreiben wir die 10. Spielminute. Nico Kanitz erhält einen langen Ball von Jan Benes. Der heute recht unglücklich spielende HFC-Kapitän macht hier aber alles richtig und legt das Leder nach innen auf den lauernden Rene Stark ab. Der hämmert das Spielgerät unhaltbar zur Führung der Hausherren ein. Chemie drückt weiter, doch auch Hertha hat seine Möglichkeiten. In dieser Phase entwickelt sich ein Spiel auf Augenhöhe und vor allem hohen Niveau. Darko Horvat klärt einen Schuss in bester Manier, als Terrence Boyd aus Elfmeter-Entfernung abzieht (21.). Kurz darauf hat der beste mann auf dem Feld, der Berliner Ibrahim Traore, seine erste brilliante Aktion zu verzeichnen. Sein Zirkelball zieht aber am langen Pfosten vorbei. Anders der HFC: Steve Finke schickt in der 25. Minute Rene Stark über rechts. Dieser wirkt bereits zu weit abgetrieben. Doch Rene hat heute einfach einen perfekten Tag. Sein Schuss fliegt am Keeper vorbei an den Innenpfosten und von dort zum 2:0 ins Netz. Nur drei Minuten später entschärft Darko Horvat einen harmlosen Herthaner Angriff und leitet unverzüglich den Gegenangriff ein. Dieser läuft unter anderem über Pavel David, der den Ball einfach nach innen zieht. Dort kommt Markus Müller unwiederstehlich angeflogen und hämmert das Leder aus drei Metern leider nicht ins Tor, sondern an die Querlatte. Ob der ebenfalls lauernde Nico Kanitz das besser bemacht hätte? So sind die Gäste wieder am Zug und werden für ihre Bemühungen in der 33. Minute belohnt. Traore zieht aus halblinker Position ab. Darko Horvat ist auf dem Posten, seine Abwehr aber nicht nicht. Völlig unbedrängt kann Terrence Boyd zum Anschlusstreffer einschieben. Somit steht es nach einer tollen ersten Hälfte 2:1 für den Tabellenzweiten, der allerdings zu diesem Zeitpunkt dank der Plauener an der Tabbellenspitze steht.
Mit dem Wiederanpfiff des nicht immer sicher den richtigen Weg findenden Drittliga-Schiedsrichters Christian Leicher gab es das eigentlich zu Beginn zu erwartende Abtasten. Hertha wollte den Ausgleich erzwingen, doch die Abwehrreihe des Halleschen FC hielt den Bemühungen stand. Zumindest, bis die Spieluhr die Zahl 61 anzeigte. Die HFC-Abwehr wähnte den Ball im Toraus. Doch hier irren sowohl Spieler als auch Offizielle von Chemie. Von unserem Standpunkt aus war eindeutig zu erkennen, dass Terrence Boyd das Leder kurz vor der Linie abfängt und den alleingelassenen Traore sieht. Dieser hat keine Probleme, den nicht unverdienten Ausgleich für die Gäste zu erzielen. Fans und auch Spieler des HFC wirken geschockt. Zuerst erwachen die Schlachtenbummler aus ihrer Letargier. Die Akteuere auf dem Rasen brauchen etwas länger. Die Gäste können hieraus aber kein Kapital schlagen. So übernimmt Chemie wieder das Kommando. Doch die Aktionen wirken wenig durchdacht. Vielmehr soll mit der Brechstange der Sieg erzwungen werden. Das dies nicht immer der richtige Weg ist, beweist dieses Spiel. Selbst einfachste Möglichkeiten werden so verkompliziert. Nicht anders ist Jan Benes' Aussetzer kurz vor Schluss zu erklären, als er einfach nicht abzieht, sondern immer wieder einen Haken bis zum Ballverlust schlägt. So bleibt es beim letztlich nicht unverdienten Unentschieden und dem erneuten Wegschieben eines Matchballs. Die letzten beiden Spieltage werden an Spannung nicht zu überbieten sein.
Bilder vom Spiel und dem Drumherum gibt es hier!So spielten beide Teams:
Hallescher FC:Horvat - Schubert, Lachheb, Kamalla, Benes, Finke, Görke (64. Hebestreit), Re. Stark, David (72. Kunze), Kanitz, Müller (72. Neubert)
Hertha BSC II:T. Schmidt - Hube, Lustenberger, Schalle, Radjabali-Fardi, Benda, Martens, Hoeneß (84. Morack), Traore, Riedel (90. Agro), Boyd
Tore: 1:0 Stark (10.), 2:0 Stark (25.), 2:1 Boyd (33.), 2:2 Traore (61.)
Zuschauer: 3.141 (darunter 13 handgezählte Gästefans)