05.09.2009Die Serie ist gerissen...
Ganze 29 Auftritte auf des fremden Platzes hat es gadauert, ehe die Regionalligakicker des Halleschen FC wieder eine Pflichspiel-Auswärtsniederlage hinnehmen mussten. Beim FC Oberneuland Bremen verlor die Köhler-Elf am heutigen sechsten Spieltag nicht mal unverdient mit 0:1. Somit hat Chemie erst einmal den Kontakt zur Spitze verloren und muss nun aufpassen, nicht im Niemandsland der Tabelle zu verschwinden...
Damit es einen Überblick über das Spiel an dieser Stelle gibt, übernehmen wir ausnahmsweise einmal den Bericht von der
Offiziellen Webseite des HFC:
Am heutigen Samstag traf unsere Regionalligamannschaft vor 357 zahlenden Zuschauern auf den FC Oberneuland. Beim HFC gab es in der Anfangsformation drei Änderungen zur letzten Partie: Statt Thomas Neubert begann im Angriff Markus Müller, und den gelb-rot gesperrten Pavel David ersetzte Angelo Hauk. Für den leicht an der Leiste verletzten David Sieber spielte Jan Benes auf der Position des linken Außenverteidigers, weshalb Philip Schubert in der Viererkette nach rechts außen rückte. Nach einer kurzen Abtastphase musste Darko Horvat erstmals eingreifen und war im Fünfmeterraum kurz vor Patrick Posipal zur Stelle (8.). Danach gab es in der nächsten Viertelstunde, bis auf viele kleine Fouls der Gastgeber, keine nennenswerten Szenen zu verzeichnen. Wiederum Patrick Posipal war es vorbehalten, die Akteure auf dem Rasen aufzuwecken. Zuerst landete ein Knaller von ihm aus 20 m an der Latte (23.), und dann kratzte der HFC-Keeper sein Geschoss aus gleicher Distanz noch aus dem rechten unteren Toreck (30.). Fast im Gegenzug lenkte sein Gegenüber im FCO-Gehäuse erst eine Flanke von Nico Kanitz aufs Tornetz, und nach der sich anschließenden Ecke zischte ein Schuss von René Stark nur knapp drüber (32.). Die Partie nahm jetzt endlich Fahrt auf. Nils Laabs spielte Benjamin Titz frei, und der hatte aus Nahdistanz keine Mühe, das 1:0 für die Gastgeber zu erzielen (34.). Gleich danach vergab Angelo Hauk die Riesenchance zum Ausgleich. Aus halbrechter Position zog er ab, doch sein Schuss landete leider nur am Außennetz. Dies sollte dann das letzte Achtungszeichen der Gäste vor dem Pausenpfiff sein, und die Führung der Oberneuländer war zu diesem Zeitpunkt aufgrund ihrer größeren Zweikampfstärke nicht einmal unverdient. HFC-Spielmacher Ronny Hebestreit kommentierte die erste Hälfte zunächst sarkastisch: "Vielleicht lag es am Frühstück", schob dann aber nüchtern nach "Wir haben uns den Oberneuländern angepasst und nur lange Bälle geschlagen, die zumeist nicht ankamen. Das war von uns kein Fußball, den wir eigentlich spielen können".
Bereits nach rund zehn Minuten kehrten die Hallenser nach einer sicherlich sehr lauten Ansprache von Sven Köhler aus den Kabinen zurück. Der Trainer reagierte auf die glücklose Leistung von René Stark und brachte für ihn Selim Aydemir herein. Nur mit einer merklichen Steigerung des HFC hätte zumindest die Serie der ungeschlagenen Auswärtsspiele noch gerettet werden können. Angelo Hauk versuchte es zunächst aus 18 m, doch das Leder ging weit über den Querbalken (50.). Auch ein Kopfball von Markus Müller nach eine Kanitz-Flanke landete im Nirgendwo (64.), bevor der Regen einsetzte. Selim Aydemir legte für Ronny Hebestreit auf, doch das Kopfbällchen des Routiniers aus 8 m stellte keine Gefahr für Christian Ceglarek dar (67.). Das weiterhin pomadige Angriffsspiel der Hallenser sollte dann mit einem Doppelwechsel belebt werden. In der 72. Minute ersetzten Thomas Neubert und Toni Lindenhahn die ebenfalls nicht überzeugenden Markus Müller und Nico Kanitz. Zunächst musste jedoch erst einmal wieder Darko Horvat hellwach sein, um gegen Alexander Karapetyan noch klären zu können (74.). Nach einem Foul an Toni Lindenhahn ließ der FCO-Keeper den scharf getretenen 20 m-Freistoß von Angelo Hauk prallen, nur war niemand für einen Abstauber in Position gelaufen (78.). In der Schlussminute gab es noch einmal einen Eckball für den HFC. Darko Horvat war mit nach vorn gegangen, Selim Aydemir passte auf Christian Kamalla zurück und der traf den Ball aus 16 m nicht richtig - irgendwie symptomatisch für die heutige Partie. Der HFC-Keeper agierte während der drei Minuten Nachspielzeit weiter mit im Feld, und der FCO verteidigte den knappen Vorsprung mit Mann und Maus. Dies gelang den Bremer Vorstädtern auch bis zum Schlusspfiff, und die stolze HFC-Serie war nach 28 ungeschlagenen Begegnungen in der Fremde ausgerechnet bei einem "Kleinen" der Liga gerissen. Schwächen in der Offensive, ein schlechtes Kopfballspiel und Zweikampfverhalten sowie kaum erwähnenswerte Chancen sorgten dafür, dass diese Niederlage als verdient bezeichnet werden muss. Dem böigen Wind kann man die Schuld dafür jedenfalls nicht in die Schuhe schieben. Wenn man überhauppt etwas positiv erwähnen möchte, dann war dies die leichte Belebung der HFC-Offensive nach den Einwechslungen von Selim Aydemir und Toni Lindenhahn. Schade und bitter für alle, die Chemie Halle bis in den hohen Norden begleiteten und am Ende enttäuscht die Heimreise antreten mussten...
"Hebe", der in der zweiten Halbzeit in der ungewohnten Sechserposition spielte, war natürlich ebenso enttäuscht: "In der zweiten Halbzeit spielten wir etwas besser, aber der vielleicht entscheidende finale Pass kam eben nicht an. Wir werden diese enttäuschende Partie sicherlich bei der Rückfahrt im Bus auswerten müssen".
So spielten beide Teams:
FC Oberneuland Bremen:Ceglarek - Pekrul, Dreyer, Mandic, Aksoy (72. Bilgin), Laabs (87. Winkelmann), Beck, Cornelius, Titz (79. Boukantar), Karapetyan, Posipal
Hallescher FC:Horvat - Schubert, Lachheb, Kamalla, Benes, Finke, Stark (46. Aydemir), Hauk, Hebestreit, Kanitz (72. Lindenhahn), Müller (72. Neubert)
Tor: 1:0 Titz (34.)
Zuschauer: 357 (darunter ca. 200 HFCer)