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14.11.2009
HFC stolpert erst und siegt dann sicher...

HFC stolpert erst und siegt dann sicher...Am heutigen Samstag trafen der SV Staßfurt 09 und unser HFC vor 400 Zuschauern im Stadion der Einheit in der II. Hauptrunde des Landespokals aufeinander. Vor dem Anpfiff gedachten beide Mannschaften mit einer Plakatpräsentation sowie einer Gedenkminute dem in dieser Woche verstorbenen Deutschen Nationaltorhüter Robert Enke. Zudem liefen die Aktiven mit einem Trauerflor auf. Robert Enke war mit einem Großbild auch hinter beiden Toren präsent. Völlig unerwartet ging der Landesligist nach einem klassischen Eigentor von Christian Kamalla (5.) in Front, doch Pavel David konnte - fast postwendend - zum 1:1 einschießen (7.). Marcel Mähnert (14.) brachte den Landesligaspitzenreiter mit einem „Sonntagsschuss“ erneut in Führung. Noch vor der Pause konnte Markus Müller (32.) für den Regionalligisten ausgleichen. Kurz danach musste der 09-Keeper Tobias Witte, ohne gegnerische Einwirkung, mit Verdacht auf einen Kreuzbandriss schwer verletzt ausscheiden. Nach der Pause sorgten zwei schön heraus gespielte HFC-Tore für die schnelle Entscheidung. Markus Müller (53.) und Pavel David (62.) nutzten ihre Chancen gnadenlos. Mit dem 4:2 waren die in der Schlussphase überforderten Staßfurter noch gut bedient, denn einige weitere gute Möglichkeiten konnte der nun souverän aufspielende Regionalligist nicht nutzen. Auch der 1. FC Magdeburg ließ in seinem Nachholspiel der II. Hauptrunde nichts anbrennen und gewann beim Landesligisten in Calbe mit 3:0. Überraschungen blieben auch in den sechs Spielen des Achtelfinales aus, in denen sich die Favoriten allesamt durchsetzen konnten. In der nächsten Runde (Achtelfinale) muss unsere Mannschaft erneut bei einem Landesligisten antreten. Die Reise geht dann zu Eintracht Elster.

Die Staßfurter wollten sich im 100. Jahr ihrer Vereinsgründung dieses Heimspiel nicht nehmen lassen. Dafür mussten sie aber hohe Sicherheitsanforderungen erfüllen und wurden adäquat im heimischen Stadion der Einheit mit einer sehr fairen Partie auf dem Rasen und vorkommisslosem Zuschauerverhalten hinter den "Absperrungen" belohnt. Natürlich wollten die Jungs um Trainer René Schulze dem großen Favoriten ein Bein stellen. Danach sah es zumindest eine halbe Stunde auch aus, denn die Partie begann aus hallescher Sicht auf stumpfem Kunstrasen doch recht holprig. Fünf Minuten nach dem Anpfiff nagelte Matthias Härtl einen Freistoß an die Latte, und Christian Kamalla versenkte das Leder - mutterseelenallein und von keinem Staßfurter bedrängt - aus zwei Metern zur Führung für die Gastgeber. Sarkastisch bemerkt könnte man kommentieren: Genau da muss ein Stürmer stehen... Für Christian war dies natürlich sehr bitter. Der Ausgleich für die, noch lange nicht ins Spiel gekommenen, Saalestädter folgte jedoch fast postwendend. Nach der ersten, noch abgewehrten Ecke brachte Nico Kanitz den Ball wieder herein, Ronny Hebestreit verlängerte per Kopf, und Pavel David vollendete aus acht Metern (7.). Dann passierte fünf Minuten nichts. Der SV09 rührte "Zement" an und wartete auf seine nächste Chance, während der Regionalligist noch immer den Spielfaden suchte. Mit dem zweiten Torschuss der Gastgeber, einem absoluten "Sonntagsschuss", brachte Abwehrspieler Marcel Mähnert seine Mannen erneut in Front. Er fasste sich aus 20 m ein Herz, zielte ins rechte Dreiangel und traf (14.) - unhaltbar für Darko Horvat, der bis dato noch keinen Ball halten, aber schon zweimal hinter sich greifen musste. Nach einem nicht gegebenen Abseitstreffer des halleschen Markus Müller (32.) – eine klare, aber die einzige Fehlentscheidung des ansonsten überzeugend amtierenden Schiedsrichters - machte es der Stürmer zwei Minuten später besser und glich nach einer Vorlage von Adli Lachheb zum 2:2-Halbzeitstand aus. Schockierend dann die schwere Verletzung des Staßfurter Keepers Tobias Witte, eigentlich der zweite Torhüter des SV 09, in der 36. Minute. Nach einem erfolgreichen Abwehrversuch gegen Nico Kanitz und ohne Zutun des "Dicken", verdrehte er sich das rechte Knie und musste mit Verdacht auf einen Kreuzbandriss ausscheiden. Unter starken Schmerzen schrie er: "Es hat richtig geknackt, da ist was durch" – ganz bitter. Das HFC-Geburtstagskind Thomas Neubert – er wurde heute 29 Jahre alt - sollte genau davor geschützt werden (er hat schon zwei Kreuzbandrisse hinter sich) und wurde wohl deshalb geschont. Bis zum Pausenpfiff scheiterte zunächst der sehr agile Markus Müller am eingewechselten Ersatztorwart Robert Michalak. U23-Spieler Sebastian Dräger, nach etwas nervösen Beginn immer stärker aufspielend, verzog aus 20 m nur knapp.

Die Mannschaften hatten einen langen Weg zu und von den Kabinen zu absolvieren. In zunächst unveränderten Formationen kehrten beide mit nur wenig Verspätung auf den Platz zurück. Der Regionalligist nahm den in der Schlussphase der ersten Halbzeit endlich gefundenen Spielfaden mühelos wieder auf und wurde mit Wiederbeginn seiner Favoritenrolle gerecht. Die Partie spielte sich jetzt fast nur noch in der Hälfte des SV 09 ab. Der Landesligist agierte mit zwei Viererketten und einem Libero. Dem HFC wurde bis zur 40 m-Marke alles gewährt. Dann wurden die Räume immer enger und damit auch der Aktionsradius für die Rot-Weißen immer kleiner. Doch präzise Pässe (Ronny Hebestreit und Pavel David) erhöhten die Fehlerquote der Gastgeber und führten zum Erfolg. Besonders "Bronco" zeigte nun seine strategischen Fähigkeiten im zentralen Mittelfeld. So bediente er in der 53. Minute Markus Müller mit einem technischen Kabinettstückchen. "Müllei" blieb ganz cool und schob nach einem "Übersteiger" das Leder unhaltbar ins linke Eck zum 3:2 ein. Doch noch immer fehlten dem HFC-Spiel die Überraschungsmomente. Sven Köhler handelte und wechselte wieder einmal den Erfolg ein. Denn entschieden war diese Begegnung auch nach der ersten HFC-Führung noch nicht gänzlich. Für den wuseligen, aber uneffektiv agierenden Angelo Hauk kam Toni Lindenhahn ins Spiel. "Linde" gewann nun diese Zweikämpfe, die seinem Vorgänger weitestgehend verwehrt blieben. Eine perfekte Eingabe des noch 18-jährigen köpfte Pavel David zum 4:2 aus Nahdistanz in die Maschen (62.). Dann kam bei den Rot-Weißen wieder etwas "Bruder Schlendrian" ins Spiel. Unnötig angenommene Zweikämpfe und einige Fehlpässe im Mittelfeld gewährten den Gastgebern einige Übertritte in die HFC-Hälfte. Der bis dahin nahezu beschäftigungslose Darko Horvat musste in zwei Situationen doch noch sein überragendes Können beweisen. Sowohl einen 20 m-Freistoß von Christian Wegener (67.), als auch einen Fernschuss von Matthias Härtl (74.) entschärfte der Kroate in toller Manier. Es folgten noch fünf verheißungsvolle Aktionen des HFC, die aber allesamt nicht den Weg ins Tor fanden. So blieb es beim 4:2-Endstand - einem Resultat, welches durchaus den Spielanteilen entsprach. Beide Trainer waren am Ende mit den Leistungen ihrer Mannschaften zufrieden. SV09-Coach René Schulze zollte seinen Jungs ein Riesenkompliment: "Sie haben alles gegeben und taktisch sehr diszipliniert gespielt. Besonders in der ersten Halbzeit boten sie dem großen Favoriten überzeugend Paroli." Sven Köhler hatte sich die Anfangsphase natürlich etwas anders vorgestellt. "Das schnelle 0:1 und 1:2 haben uns etwas verunsichert. Da hat man gesehen, wie eng so ein Spiel werden kann. In der zweiten Halbzeit haben wir guten Fußball gespielt und den Gegner zu Fehlern gezwungen. So konnten wir die Partie doch recht souverän zu Ende spielen."
(Quelle Spielbericht: www.hallescherfc.de)

So spielten beide Teams:

SV Staßfurt 09:

Witte (38. Michalak) - Nagel, Liensdorf, Mensching (71. Klemmer), Härtl, Wegener, Aissa-Maadaoui (78. Petermann), Drachenberg, Müller, Mähnert, Jesse

Hallescher FC:
Horvat - Schubert, Kamalla, Lachheb, Dräger, David (70. Aydemir), Finke, Hebestreit, Kanitz (82. Seipel), Hauk (57. Lindenhahn), Müller

Tore: 1:0 Kamalla (5./ET), 1:1 David (7.), 2:1 Mähnert (14.), 2:2 Müller (34.), 2:3 Müller (53.), 2:4 David (62.)

Zuschauer: 400 (darunter 180 HFCer)



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