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HISTORISCHES - ZUM 40. GEBURTSTAG DES HALLESCHEN FC

Mitteldeutsche Zeitung"Mitteldeutsche Zeitung" vom 25.04.2006

"Schwede" liefert Teppich
Günter Riedl und seine Mitarbeiter sorgen für optimale Bedingungen

Halle/MZ. Beim Blick zum Himmel huscht ein Lächeln über das kantige Gesicht des "Schweden". "Bei diesem sonnigen Wetter hört man förmlich wie das Gras wächst. Wir haben den Rasen schon drei Mal geschnitten. Nach den schlimmen Wochen liegt er da wie ein Teppich", freut sich Günter Riedl. "Starterdünger haben wir eingesetzt, später kommt Spezialdünger drauf", erzählt der Bereichsstellenleiter des Sport- und Bäderamtes für die halleschen Sportbauten. Im 83 Jahre alten Wabbel-Stadion fehlt seit Jahr und Tag eine funktionierende Drainage. Trotzdem zaubern der Herr der Halme und seine Mitarbeiter immer wieder eine passable Spielfläche hervor. Das Spiel am Freitag ist auch für Riedl ein ganz besonderes. Vor 35 Jahren stand er mit im rot-weißen Team der Trainer Walter Schmidt und Günter "Hopser" Hoffmann, die dem europäischen Spitzenklub ein 0:0 abtrotzten.

"Seit der Auslosung herrschte damals eine riesige Vorfreude in der Stadt. Das Stadion war dann auch ausverkauft. Das passierte davor wohl zuletzt in den 50er Jahren, als Turbine gegen den HSV spielte", erinnert sich der eisenharte Vorstopper, der im Hinspiel den belgischen National-Mittelstürmer de Vrindt an die Kette legte und das Duell mit dem PSV als "eines der schönsten Erlebnisse meiner Karriere" bezeichnete. Zuvor hatte der jetzt 63-Jährige als größten Triumph den Pokalsieg von 1962 erlebt. "Allerdings nur auf der Bank, was nicht zu vergleichen ist", so der Verteidiger.

Natürlich hat auch Riedl seinen ganz persönlichen Alptraum 14 Tage später in Eindhoven erlebt. "Das war eine schreckliche Tragödie in dem Hotel nahe am Bahnhof. Ich weiß bis heute nicht, wie wir die Höhenunterschiede bei der Flucht vor dem Feuer aus unserer Etage überwinden konnten", erzählt Riedl, der später die Stätte der Brandkatastrophe noch einmal besuchte. "In die Baulücke des abgebrannten Hotels Silbernes Seepferd ist ein Geschäftshaus gekommen", sagt Riedl, der leise anfügt: "Das Schlimmste waren nicht unsere Verletzungen, sondern der Tod von unserem jungen Spieler Wolfgang Hoffmann. Das schmerzt bis heute. Und daran denken wir natürlich auch an diesem Festtag für den halleschen Fußball. Dass Eindhoven ohne Gage hier mit allen Stars aufspielt, ist eine große Geste der Holländer", dankt Riedl dem PSV.

"Für unsere Burschen der Oberliga muss das ganz einfach ein ganz besonderes Gefühl sein, gegen solch ein erstklassiges Team antreten zu dürfen. Und das wird auch Kräfte freisetzen für das Oberliga-Duell am Tag darauf in Plauen", hofft Riedl, der sich auf ein Wiedersehen mit seinen Kameraden von damals freut. Alle wollen kommen. Nur Paul Kersten kann wegen eines Bandscheibenvorfalls nicht aus Suhl anreisen.

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