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Spielbericht zum 11. Spieltag / 30.10.2004 / Vogtlandstadion in Plauen
VFC Plauen vs. Hallescher FC 3:1 (1:1)

HFC verliert gegen robuste Plauener...

Beim Vorjahresmeister VFC Plauen konnte der Hallesche FC den zuletzt gezeigten leichten Aufwärtstrend nicht fortsetzen und verlor am Ende auch verdient mit 1:3. Dabei hat es wie so oft in dieser Saison ganz pasabel begonnen.

Beide Mannschaften mußten verletzungsbedingt eine etwas andere Elf als die sonst übliche auflaufen lassen. Die Hallenser hatte dabei gar noch einige angeschlagene Spieler in ihren Reihen. Almedin Civa sollte der optisch auffälligste Spieler sein. Aufgrund des beim Spiel in Dessau eingehandelten Nasenbeinbruches lief er mit einer entsprechenden Maske auf und war nach der zweiwöchigen Verletztungspause überraschenderweise in der Anfangsformation.

Die Hallenser legten los wie die Feuerwehr. Irakli Gemazashvili sah bei einem seiner typischen schnellen Angriffe den Plauener Keeper zu weit vor seinem Tor. Seinen direkten Schuss konnte Golle aber doch noch per Fuß abwehren.

Auf der Gegenseite war der Gastgeber durch Krause zunächst per Kopfball nicht erfolgreich. Ein vehementes Solo des gleichen Spielers konnte Mentor Miftari gerade noch zur Ecke klären. Warum der Plauener hier erst so pät angegriffen wurde, blieb aber rätselhaft. Zunächst war das ja auch nicht wichtig. Schließlich gab es in der 12. Minute Eckball für die Gäste aus Halle. Irakli Gemazashvili brachte den Ball hinein, Plauens Abwehr schlief und Nico Breitkopf nickte zur Führung der Gäste ein. Die etwa 400 mitgereisten halleschen Fans ließen ihrer Freude freien Lauf.

Denis Koslov hatte nur eine Minute nach der Führung das 2:0 auf dem Fuß. Sein "Hammer" aus 25 Metern erreichte aber nicht sein Ziel. Nun stellte der HFC seine Offensivbemühungen ein. Plauen bekam immer mehr Oberwasser, während die Hallenser förmlich um den Ausgleich bettelten. Allein Reimann scheiterte zweimal am wiedermal glänzend aufgelegten Matthias Küfner. Zu allem Übel mußte Alexander Gleis die Partie bereits in der 19. Minute verletzungsbedingt verlassen. Für ihn wurde Sven Hartmann eingewechselt. Auch die Gastgeber mußten in der 33. Minute frühzeitig wechseln.

In der 37. Minute erhielten die Gastgeber für eine Lapalie in Mittelposition einen Freistoß zugesprochen. Die hallesche Abwehr schien sich auf den bereitstehenden Goalgetter Zapyshnyi zu konzentrieren. Den Ball ins Tor donnerte aber Paulick aus etwa 18 Metern. Matthias Küfner sah hier fast regungslos zu, hatte wohl den Ball zu spät gesehen.

Mit diesem bis dahin durchaus gerechten Unentschieden ging es in die Kabinen. Die 1.799 zahlenden Zuschauer (etwa 500 Kinder unter 14 Jahren hatten freien Eintritt - statt Topzuschlag eine feine Idee) sahen eine temporeiche und spannungsgeladene erste Halbzeit.

Die zweite Halbzeit sollten die Gäste wieder etwas konzentrierter angehen. Doch Plauen war sofort über Konter kreuzgefährlich. So entwischte Reimann Mentor Miftari, scheiterte letzlich aber glücklicherweise am Teufelskerl im halleschen Tor. In der 58. Minute übertrafen sich "Gema" und "Schädel" im Verpassen der Lederkugel. Das Spiel ging in dieser Phase hin und her, eine Entscheidung war sowohl hier als auch da möglich. Leider passte sich der Schiedsrichter nicht dem Niveau der Begegnung an. Beim Verteilen der Strafen (gelbe Karten) ging er recht einseitig zu Gunsten der Gastgeber vor. Für ähnliche Situationen sahen die halleschen Spieler gelb, während die Gastgeber leer ausgingen. Hiervon ließen sich die Gäste etwas beeindrucken und ging nicht mehr mit dem letzten Biß in die Zweikämpfe. Die Folge war ein wieder auftretendes Übergewicht der Spitzenstädter. Der einzigste, der unverständlicherweise auch weiterhin entsprechend in die Zweikämpfe ging, war Denis Koslov. Die Quittung bekam er in der 73. Minute, als er mit Gelb-Rot den Platz verlassen durfte. Vorher mußte bereits Holger Krauß das Spielfeld verlassen, als ihn ein Plauener voll ins Gesicht getroffen hat. Für ihn kam Tobias Große ins Spiel.

Mit einem sehenswerten Angriff über die linke Seite nutzten die Gastgeber ihre zahlenmässige Überlegenheit sofort aus. Nach einem Pass in den Torraum, wobei der Ball an Freund und Feind vorbeiglitt, traf Kelling aus Nahdistanz zur 2:1-Führung des Tabellenzweiten (77.).

Der hallesche Coach reagierte nun und brachte für "Zorro" Almedin Civa, der mit der Maske eine ordentliche Partie ablieferte, Adolphus Ofodile ins Spiel - eine Auswechslung, die nach Meinung vieler Fans eher hätte erfolgen sollen. Der HFC wurde nun trotz Unterzahl wieder stärker, drängte auf den Ausgleich. In der 79. Minute gab es gleich zuhauf Möglichkeiten hierzu. Nachdem ein klares Handspiel eines Plaueners im Strafraum nicht geahndet wurde, verstolperten die halleschen Angreifer der Reihe nach Möglichkeit um Möglichkeit. Der Ball wollte einfach nicht über die Linie. In dieser Aktion wurde auch noch ein Hallenser klar umgerissen. Gleich zweimal blieb dem HFC ein fälliger Elfmeter versagt, wodurch die Begegnung sicher ein anderes Ende genommen hätte. So konnten sich die Plauener mit Hilfe eines Konters nochmals befreien. Zapyshniy sieht den gut postierten Pannach. Dieser nimmt den Ball mit dem Kopf mit und jagt das Leder unhaltbar in die Maschen. Mit diesem schönen Tor war die Oberligabegegnung zu ungunsten der Hallenser entschieden.

Am Ende bezwangen robuster agierende Gastgeber verdient eine mit vielen Umstellung nicht zurecht kommende HFC-Elf. Das sahen auch die meisten HFC-Fans so und riefen die Mannschaft in ihre Kurve. Einige Unbelehrbare - als Fans kann man diese Personen nicht bezeichnen - nutzten diese Gelegenheit, um auf die eigenen Spieler mit Bechern, Spucken u.ä. loszugehen. Die Mehrheit dieser Akteure konnte man eindeutig als nicht zur üblichen halleschen Fanszene zugehörig indentifizieren. Auf solche "Freundschaften" kann man gelinde gesagt verzichten. Glücklicherweise bewiesen heute die "echten" HFC-Fans, dass sie sehr wohl unterscheiden können, ob die Mannschaft aufgrund einer unverschämten Leistung verliert oder ob dies einfach "auch mal passieren kann". Heute war eindeutig letzteres der Fall und dies wurde auch den "Beschimpfern" klar und deutlich zur Kenntnis gegeben. Dies hat hoffentlich auch die Mannschaft richtig erkannt. An dieser Stelle möchten sich die BottleBoys nochmals von jeglicher Gewalt im Stadion - ob gegen die eigene Mannschaft (für echte Fans sollte dies eh tabu sein), gegen den Gegner oder gegen das Publikum allgemein - distanzieren. Wir sind nur wegen Fußball im Stadion!

Bilder zum Spiel findet Ihr in unserer Galerie!


Stimmen zum Spiel (übernommen von MDR online):

Vogel (VFC): "Aufgrund der deutlichen Leistungssteigerung vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir hochverdient gewonnen. Wir sind mit dem festen Vorsatz ins Spiel gegangen, drei Punkte zu holen. Durch eine Unachtsamkeit sind wir in Rückstand geraten, das Tor hat uns aber nicht gelähmt sondern wachgerüttelt. Ich muss meiner Mannschaft zu einer Klasse-Leistung gratulieren. Ich glaube, wir haben mit dieser Leistung bei Werbepartnern und Zuschauern nachdrücklich geworben."

Andreev (HFC): "Wir haben ordentlich angefangen, nach der Führung aber nachgelassen. Dies allein auf personelle Dinge abzuschieben, wäre falsch. Man muss aber dennoch ehrlich einschätzen, das wir mit unserem Personal bei einem Spitzenteam wie Plauen nicht mithalten können. Dabei müssen wir uns auch noch bei unserem Torhüter Küfner bedanken, der mit tollen Paraden eine höhere Niederlage verhindert hatte."

So spielten beide Teams:

VFC Plauen: Golle - Hölzel, Dashi, Pietsch, Paulick, M. Pannach, Schulze, Risch, Krause (35. Gemeiner), Zapyshnyi (86. Schuch), Reimann (74. Kellig)

HFC: Küfner - Miftari, Civa (79. Ofodile), Trehkopf, Kindling, Petrick, Krauss (67. Große), Gemazashvili, Koslov, Gleis (21. Hartmann), Breitkopf

Tore: 0:1 Breitkopf (12.), 1:1 Paulick (37.), 2:1 Kellig (77.), 3:1 M.Pannach (84.)

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