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Spielbericht zum 12. Spieltag / 06.11.2004 / Kurt-Wabbel-Stadion
Hallescher FC vs. Eintr. Sondershausen 3:3 (0:2)

Ohne Abwehr kann man keine Spiele gewinnen...

Nach einer völlig verschlafenen ersten Halbzeit haben sich der Hallesche FC und die Eintracht aus Sondershausen mit einem 3:3 getrennt. Eine erschreckende Abwehrleistung ließ am heutigen Tag kein besseres Ergebnis zu.

Auch bei diesem Spiel war der Trainer wieder zu zahlreichen Umstellungen gezwungen. Christian Fährmann, Denis Koslov und Mentor Miftari mußten aufgrund von Sperren zuschauen. Gleichzeitig blieben die noch angeschlagenen Raimund Linkert und Alexander Gleis zunächst auf der Bank. Das Gesicht der Mannschaft war also wiedermal ein anderes. Dies sollte aber nicht als Ausrede für die völlig verkorkste erste Hälfte dienen.

Vor der Saisonminuskulisse von gerade mal 938 Zuschauern ergriffen die Hallenser zwar zunächst die Initiative, ohne aber richtige Torgefahr auszustrahlen. Beim Spielaufbau wurde vielzuviel klein-klein gespielt. Die Folge waren diverse Fehlpässe, was die Sondershäuser immer wieder für gefährliche Konter nutzten. So war es denn auch eine Standard-Situation, die für die erste nenneswerte Chance auf hallescher Seite sorgen sollte. Auf halb linker Position erhielt der HFC einen Freistoß zugesprochen. Alles rechnete wohl mit einer Flanke, doch Holger Krauß donnerte den Ball an den Außenpfosten. Fing der Gastgeber jetzt an, Fußball zu spielen?

Die Antwort auf diese Frage lautete: Nein! Das Gegenteil war der Fall. Michel Petrick, erneut auf der Außenverteidigerposition eingesetzt, vertendelte auf der rechten Seite den Ball. Klaus setzt sich gegen einen weiteren halleschen Abwehrspieler durch und tunnelt Matthias Küfner - 0:1 (19.).

Wer jetzt dachte, die Hallenser wachen auf, sah sich getäuscht. Nur sieben Minuten später taucht der wieselflinke Caspar am Strafraum der Gastgeber auf. Locker spielt er Almedin Civa und Holger Krauß aus und trifft unhaltbar zum 0:2 - Jubel bei den etwa 25 mitgereisten Gästefans, die hallesche Abwehr ein Trümmerhaufen.

Die Spieler des HFC quälen sich weiter, bekommen sogar Hilfe vom Schiedsrichter. Dieser schickt den Eintracht-Spieler Springer in der 38. Minute mit Gelb-Rot vom Platz. Er hatte wohl etwas zuviel gemeckert. Das Überzahlspiel sollte den Saalestädtern aber dennoch nicht weiterhelfen. Immer noch traten sie übernervös auf. In der 39. Minute dann so etwas wie Jubel auf den Rängen, der Ball im thüringischen Kasten. Doch der Treffer zählt wegen einer Abseitsstellung nicht. Im direkten Gegenzug schläft die Abwehr das nächste Mal. Doch Caspar scheitert völlig freistehend.

Zum Pausenpfiff gab es lange Gesichter auf den Rängen. Auf dem Rasen wurde das Finale des MZ-Rastelli-Cups ausgetragen. Die ersten drei Plätze gingen an Jugendspieler des HFC, vielleicht ein Lichtblick in Richtung Zukunft? Der Sieger erreichte übrigens über 500 Ballberührungen...

In der Halbzeitpause muß der HFC irgendwie an den "Zauber-Pausentee" der BottleBoys gekommen sein. Genau wie wir bei unserem letzten Spiel kamen die Spieler des HFC wie umgewandelt aus der Kabine. Endlich wurde kombiniert und guter Fußball gespielt. Marco Schädlich dringt unwiederstehlich in den Strafraum der Thüringer ein und wird von Hein zu Boden gerissen. Den fälligen Elfmeter (49.) verwandelt Holger Krauß in gewohnter Manier sehr sicher.

Kurz darauf versetzt Caspar erneut Michel Petrick, der aber in anderen Situationen schnell und richtig reagiert und klärt. Der Sonderhäusener Goalgetter scheitert aber an Matthias Küfner. Auf der anderen Seite erhöht der HFC den Druck. Almedin Civa zieht aus 16 Metern ab. Bitow im Tor von Sondershausen hält allerdings. In der 54. Minute erhält der völlig freistehende Nico Breitkopf den Ball, umkurvt Bitow und versenkt die Kugel im Netz. Der Abwehrversuch eines Sonderhäuser kommt zu spät - Ausgleich!

Nur 10 Minuten nach dem Anschlußtreffer des HFC unterläuft Bitow einen hohen Ball. Adulphus Ofodile erkennt die Situation am schnellsten und trifft zum umjubelten Führungstreffer der Hallenser. Unglaublich: Binnen 10 Minuten wurde das Spiel gedreht.

Unverständlicherweise schaltete der HFC nun die Angriffsbemühungen einen Gang zurück. Fühlte man sich aufgrund der Führung im sicheren Hafen? Dies sollte sich bereits in der 68. Minute rächen. Nach einer Sonderhäuser Ecke gibt es mal wieder eine Schlafeinlage der halleschen Abwehr. Diese nutzt Caspar zum 3:3. Wieso Lars Georg den Ball nicht rausschlägt, obwohl er am Torpfosten steht, wird er wohl nur selber wissen. Caspar hätte diesen Ball niemals erreichen dürfen.

Die Hallenser nun wieder bemüht. Man merkte, sie wollten den Sieg. Doch es wurde zu kopflos in Richtung Sondershäuser Tor angerannt. Wurde dann doch mal ein HFC-Spieler freigespielt, scheiterte man am eigenen Unvermögen oder am Torhüter (Breitkopf, Civa, Gleis). Sondershausen bleib über Konter kreuzgefährlich. Kurz von Schluß hat Caspar die große Chance zum Siegtreffer, doch er scheitert am glänzend parierenden Matthias Küfner.

Es blieb bei der letzlich auch verdienten Punkteteilung. Mit der Leistung der zweiten Halbzeit kann man von hallescher Seite noch zufrieden sein. Der mögliche Sieg wurde in der ersten Halbzeit vergeben. Die Leidenschaft, die Moral und der Wille der zweiten Halbzeit ist von Anfang an nötig, um solche Spiele zu gewinnen...

Bilder zum Spiel findet Ihr in unserer Galerie!


Stimmen zum Spiel (übernommen von MDR online):

Andreev (HFC): "In der ersten Halbzeit bekam unsere Abwehr das Spiel nicht in den Griff. Mit Beginn der zweiten Hälfte haben wir ins Spiel gefunden und hätten gewinnen, zumindest ein Tor mehr schießen müssen. Natürlich bin ich unzufrieden. Wir spielen fast nur mit Offensivkräften, haben zu viele Verletzte. Es gibt aber genügend andere Gründe."

Kraus (Sondershausen): "Es stellt sich die Frage, ob wir heute zwei Punkte verloren oder einen gewonnen haben. Ich glaube, das Letztere trifft zu. Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft sehr zufrieden. Wir haben fast 60 Minuten in Unterzahl gespielt und es zwischenzeitlich nach einer hohen Niederlage aus. Doch wir kamen zurück und hätten sogar gewinnen können."

So spielten beide Teams:

HFC: Küfner - Petrick, Civa, Schädlich, Hartmann, Georg (75. Linkert), Große (50. Gleis), Krauß, Gemazashvili, Breitkopf, Ofodile

Sondershausen: Bitow - Springer, Rasch, Tanne, Duft, Töpfer, Wehrmann, Hein, Klaus, Krug (56. Kabore), Caspar

Tore: 0:1 Klaus (19.), 0:2 Caspar(26.), 1:2 Krauß (49.), 2:2 Breitkopf (54.), 3:2 Ofodile (59.), 3:3 Caspar (68.)

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