| Spielbericht zum 14. Spieltag / 17.12.2004 / Kurt-Wabbel-Stadion |
| Hallescher FC vs. VfB 09 Pößneck 0:1 (0:0) |
Lastminute-Tor bringt HFC zum verzweifeln... Nachdem am eigentlichen Spieltag der Rasen im Kurt-Wabbel-Stadion nicht bespielbar war, traf man - wie im vergangenen Jahr - im letzten Spiel vor Weihnachten auf den VfB Pößneck. Doch es sollte die einzigste Gemeinsamkeit zum Spiel der letzten Saison sein. Konnte man im letzten Jahr überlegen mit 6:1 gewinnen, so erhielt man diesmal in letzter Sekunde auch noch den letzten Punkt aus den Armen gerissen. Das Spiel begann vor 1.415 Zuschauern bei unangenehmen 3 Grad (in der zweiten Halbzeit fiel dann auch noch Regen) recht munter. Die zunächst übliche Abtastphase war nur von kurzer Dauer. Zeitig war zu erkennen, dass die Thüringer mit einer Doppel-Vierer=Kette dem HFC das Leben schwer machen werden. Und sie taten es geschickt. Den Gastgeber gelang kein konstruktives Aufbauspiel. Leichtfertig wurden immer wieder Bälle verloren gegeben (hat man den Hallensern mal erklärt, dass man auch dem Ball entgegenlaufen kann?). So war Pößneck mit einigen Auktionen, welche aber ebenfalls sehr schlecht vergeben wurden, die gefährlichere Mannschaft. Mitte der ersten Hälfte erhöhten die Gastgeber endlich den Druck. Irakli Gemazashvili scheiterte aus sechs Metern Entfernung am recht sicher agierenden thüringischen Keeper Okrucky. In der 43. Minute die beste Chance im bisherigen Spielverlauf. Nico Breitkopf köpft den Ball nur an die Latte. Alexander Gleis donnert seinen Nachschuß neben das Tor. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff kommen Christian Fährmann und nochmal Alexander Gleis zu guten Chancen, scheitern aber am Torhüter. So mußten sich die halleschen Fans mit der Hoffnung begnügen, dass es gegen Erfurt-Nord zur Pause auch 0:0 stand. Doch die Hoffnung sollte diesmal nicht aufgehen. In der 51. Minute nehmen Christian Fährmann und Nico Breitkopf per Doppelpass die Abwehrreihen der Gäste auseinander. Der links freigespielte Denis Koslov scheitert mit einem hohen Schuß am Torhüter. Flach wäre beim hochgewachsen Keeper vielleicht besser gewesen. Der VfB Pößneck ist jetzt nicht mehr ganz so offensiv, doch die Hallenser schlagen kein Kapital daraus. Unkonzentriert, ohne Konzept und ohne Ideen wird durch die Mitte angerannt. Wird dochmal über außen gespielt, werden die dort agierenden Spieler alleingelassen. Bieten sich doch noch Chancen, treffen hochdotierte Stürmer (Gleis, Koslov, Breitkopf) nicht mal annähernd das Tor. Pößneck ist in diser Phase des Spiels nur noch durch extreme Fehler der hallschen Hintermannschaft, vor allem durch den heute total neben sich stehenden Mentor Miftari, gefährlich. So keimte in der 84. Minute doch noch Hoffnung bei den Gastgebern auf, doch der Kopfball von Michel Petrick (heute noch mit der Fleißste) wird noch von einem Pößnecker Spieler von der Linie gekratzt. So stellten sich die Zuschauer langsam aber sicher auf eine Nullnummer ein. Doch in der vierten Minute der Nachspielzeit erhalten die Gäste auf der rechten Seite einen Freistoß zugesprochen. Stefan Bloß, beim HFC ausgemustert, tritt an und flankt nach innen. Der Ball geht an Freund und Feind vorbei und schlägt zum Entsetzen der halleschen Fans im langen Eck ein. 0:1! Der Schiedsrichter, recht kleinlich auf beiden seiten, aber dennoch sicher agierend, pfiff das Spiel nicht mehr an... Ein gellendes Pfeifkonzert war die Folge für dieses sehr enttäuschende Spiel. Die Möglichkeit, einen Riesensprung in der Tabelle vorzunehmen und auf Platz 3 zu überwintern wurde vergeben. Enttäuschend aber auch das Auftreten der Mannschaft nach dem Spiel. Nach dieser völlig unter den Erwartungen liegenden Hinrunde hätten es die Fans verdient, dass sich die Mannschaft ordentlich von ihnen verabschiedet. Doch der Weg der Spieler führte schnurstraks in die Kabine. Lediglich die beiden Torhüter Matthias Küfner und Christian Bölke fanden den Weg zu den Fans. Hierbei sollte Matthias Küfner soger schnell in die Kabine und weg von den Fans geführt werden. Zum Dank der Fans ließ sich der in Halle angekommene Torhüter nicht darauf ein und gab auch dem letzten wartenden noch seine Hand. An dieser Einstellung sollten sich ALLE Spieler, welche das Rot-Weiße Ehrenabzeichen auf ihrer Brust tragen, ein Beispiel nehmen. Die Fans, welche viel Geld ausgeben, um bei den Spielen dabeizusein oder den HFC auch anderweitig unterstützen, sollten es wert sein. Hier reicht auch eine wirklich gut gemeinte und diesmal auch besser organisierte Kalenderaktion (dafür trotzdem danke) nicht aus. Stimmen zum Spiel (übernommen von MDR online): Lutz Lindemann (HFC): "Gratulation an die Pößnecker. Sie haben versucht, mitzuspielen. Davor habe ich die ganze Woche gewarnt, denn wir hatten genügend Informationen über die Thüringer. Kämpferisch kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen – spielerisch haben wir immer den falschen Lösungsweg gesucht. Dennoch hatten wir genügend Chancen. Uns haben heute wichtige Spieler gefehlt. Schwachpunkt war die Abwehr, deshalb ging einiges durcheinander. Für uns ist der so genannte Erfolgsweg unterbrochen wurden." Jens Flügel (Laubegast): "Wir wollten uns nicht verstecken und an die guten Leistungen gegen Plauen und Meuselwitz anknüpfen. Unsere Absicht war es, möglichst eng zu stehen und gefährliche Konter zu setzten. In der ersten Halbzeit ist das auch gut gelungen. Wir waren fast die bessere Mannschaft. In der ersten Viertelstunde der zweiten Hälfte hatten wir einige Probleme. Kompliment an meine Mannschaft, die bis zum Umfallen gekämpft hat und mit dem Sieg belohnt wurde. Einen besseren Abschied gibt es wohl nicht." So spielten beide Teams: HFC: Küfner - Küfner - Schädlich, Miftari, Georg - Fährmann, Petrick, Koslov (62. Kindling), Eberhardt (75. Hartmann), Gemazashvili (76.Weimann) - Breitkopf, Gleis Pößneck: Okrucky - Busse, Wolter, Daum, Bloß - Sonnenberg,Walther (90.+3 Bartholme), Raab, Wiegand (80.Wiegand) - Schimmelpfennig (87.Hurt), Förster Tore: 0:1 Bloß (90.+4) |