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Spielbericht zum 7. Spieltag / 26.09.2004 / Kurt-Wabbel-Stadion
Hallescher FC vs. FC Eilenburg 5:0 (2:0)
Schützenfest in Halle...

Nachdem der FC Carl Zeiss Jena am gestrigen Sonnabend mit seinem 8:1 - Erfolg gegen den FC Dresden-Nord (siegte in Halle 2:1) für ein Zusammenzucken der Liga sorgte, gab es auch im halleschen Kurt-Wabbel-Stadion ein Schützenfest. Der Hallesche FC schickte den Aufsteiger FC Eilenburg mit einer 5:0 - Klatsche nach Hause.

Das Spiel begann mit einer Schweigeminute zu Ehren des verunglückten HFC-Torhüters Mirco Egert. Außerdem gedachten die 1.108 Zuschauer (darunter ca. 30 Eilenburger) der Opfer des Fallschirmunglücks vor sieben Jahren. Damals wurden vor dem dann abgesagten Derby HFC - VfL Halle 96 vier Menschen getötet.

Mit dem Anpfiff übernahmen die Hallenser das Zepter. Allerdings zeigte sich zwar der Willen, doch konstruktives sprang nicht heraus. So ging Koslovs 18-Meter-Schuß weiter über das Tor. In der 10. Minute wurde der Ball im Mittelfeld verloren. Der Eilenburger Spieler Hund konnte mit einem Rückpass die Gefahr beseitigen. Allerdings setzte er diesen viel zu kurz an. Nico Breitkopf erkannte die Situation, schnappte sich das Leder und schob links am 38jährigen Torhüter Kischko zur umjubelten 1:0-Führung ein.

Der HFC versuchte weiterhin, das Spiel zu bestimmen und nicht die gleichen Fehler von Grimma zu wiederholen. Doch auch diesmal geriet der Spielfluss durch viele Fehlpässe und Unaufmerksamkeiten in Gefahr. Eilenburg erkannte seine Chance und wollte nun selbst für Torgefahr sorgen. Fischer vergibt in der 19. Minute nach einem Freistoß nur knapp. Das hallesche Spiel wurde nun schwächer. Die Fans unruhig. Zu sehr wurden die Erinnerungen an das verkorkste Spiel gegen den SV Grimma wach. In der 29. Minute der einzigste Aussetzer des erstmals im HFC-Tor stehenden und seine Sache ordentlich machenden Matthias Küfner. Einen Angriff der Eilenburger über die rechte Seite möchte der HFC-Keeper durch Herauslaufen zu nichte machen, verliert aber den Zweikampf gegen Fischer. Dieser flankt nach innen. Hund hat zum Glück kein Zielwasser getrunken und schießt aus sieben Metern darüber.

Die Hallenser schienen von dieser Aktion geweckt worden zu sein. In der 38. Minute zieht Raimund Linkert eine Ecke in die Mitte, Michel Petrick legt auf den besser postierten Christian Fährmann ab. Dieser vollendet aus der Drehung unhaltbar zum 2:0. Der Bann ist gebrochen. Halle weiterhin im Vorwärtsgang. Zwei Minuten vor dem Pausenpfiff vertändelt Eilenburg erneut den Ball. Nico Breitkopf schnappt sich die Kugel und zieht ab. Kischko hält mit einer tollen Parade. Zur Pause sind die Zuschauer zwar mit dem Ergebnis, nicht aber unbedingt mit dem Spiel zufrieden. Der HFC ließ nach starkem Beginn wie in Grimma nach, der Gegner kam besser ins Spiel. Nach dem 2:0 wurde das Spiel der Saalestädter aber wieder besser.

Nach der Halbzeitpause blieb der völlig neben sich spielende Denis Koslov in der Kabine. Für ihn brachte Hermann Andreev Alexander Gleis ins Spiel. Halle legte gleich wieder los wie die Feuerwehr. Der heute besser als in den letzten Spielen aufgelegte Michel Petrick flankte den Ball von der rechten Seite nach Innen. Nico Breitkopf hämmert das Leder zu seinem zweiten Tor in die Maschen - 3:0 (48.). Im Rund geht nun das seit dem Derbysieg gegen Magdeburg bekannte "CHEMIE - HALLE" zwischen Fankurve und Tribüne hin und her.

Hermann Andreev wechselt in der 60. Minute die beiden Torschützen Christian Fährmann und Nico Breitkopf aus. Für die beiden kommen Sven Hartmann und der eigentliche Kapitän der "Zweiten", Sascha Kindling, in Spiel

Eilenburg versucht weiterhin offensiv mitzuspielenund wird dafür von den Hallenser immer wieder mit gefährlichen Kontern bestraft. Diese werden von den HFC-Spielern aber häufig überhastet, unüberlegt oder ängstlich vergeben. Statt einmal den Mut zu haben, selbst zu schießen, wird wieder auf den Mitspieler gespielt, bis die Möglichkeit vertan ist. Anders in der 64. Minute. Linkert spielt einen Eilenburger aus, legt auf Gleis ab. Dieser fackelt nicht lange und drückt ab. Ein Eilenburger bekommt den Fuß noch knapp an den Ball. Dieser streift zum Entsetzen der halleschen Fans knapp am rechten Pfosten vorbei ins Aus.

Nachdem erneut drei, vier Möglichkeiten in der Offensive leichtfertig vergeben werden, geht Hartmann auf der rechten Seite durch. Er sucht und findet in der Mitte Almedin Civa, welcher zum 4:0 vollendet. Nur drei Minuten später setzt sich Sascha Kindling über die linke Seite durch. Seine - ja, was war es - "verunglückte" Flanke auf Gleis am rechten Torpfosten überlupft Kischko und schlägt zum sehenswertesten Treffer, dem 5:0, ein. Wiederum zwei Minuten später versuchte es Raimund Linkert auf die gleiche Art. Sein Schuß geht aber knapp am linken Pfosten vorbei...

Mit diesem Spiel gegen recht schwache Eilenburger, welche sich aber vor allem in der ersten Hälfte recht teuer verkauften und nie aufgaben, zeigt der HFC, dass er noch lebt. Hoffentlich ist es der Start in einen "Goldenen Herbst"...

Bilder zum Spiel findet Ihr in unserer Galerie!


Stimmen zum Spiel (übernommen von MDR online):

Martin Polten (FC Eilenburg): "Nach solchen herben Niederlagen ist eine Analyse immer schwer. Der HFC-Sieg ist zweifelsohne völlig verdient. Wir hatten aber wirklich das allerletzte Aufgebot. Mit Polten, Petzold und Schaaf fehlte meiner Mannschaft das Herz. Zunächst haben wir es uns durch eigene Fehler sehr schwer gemacht. Wir konnten nur in Ansätzen zeigen, was möglich ist. Nach dem 0:3 war der Käse gegessen, da mussten wir Schadensbegrenzung betreiben und nicht so offensiv weiterspielen. Das ist meiner heute jungen Mannschaft sehr schwer gefallen."

Herman Andreev (HFC): "In der Liga gibt es so langsam komische Ergebnisse, da war es gut, dass wir mit dem heutigen 5:0 mitziehen konnten. Bis zum 1:0 hat vieles nicht geklappt. Erst nach dem Eilenburger Geschenk und mit dem 2:0 wurden wir sicherer. Das 5:0 erfreut mich, man darf diesen wichtigen Sieg aber nicht überbewerten. Wir haben in dieser Saison schon einige gute Halbzeiten gespielt – mehr nicht. Wichtig für unseren neuen Torhüter war auch das zu null."

So spielten beide Teams:

HFC: Küfner - Civa, Trehkopf, Miftari, Petrick, Georg, Fährmann (60. Hartmann), Krauß, Linkert, Koslov (46. Gleis), Breitkopf (60. Kindling)

Eilenburg: Kischko - Knaubel - Köckeritz, Kühnast - Hund (46. Hänsel), Moritz, Heyde, Delitzsch, Auerswald - Scheller - Fischer

Tore: 1:0 Breitkopf (10.), 2:0 Fährmann (38.), 3:0 Breitkopf (48.), 4:0 Civa (82.), 5:0 Kindling (85.)

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