Suchen: 
Spielbericht zum 9. Spieltag / 16.10.2004 / Zentralstadion in Leipzig
FC Sachsen Leipzig vs. Hallescher FC 0:3 (0:2)

Rot-Weiße Party im WM-Stadion...

Geile Stimmung, geiles Spiel und das richtige Ergebnis - so kann man den Ausflug ins Zentralstadion nach Leipzig kurz zusammenfassen. Der Hallesche FC hat seinen Auswärtsauftritt beim FC Sachsen Leipzig mit 3:0 für sich entschieden. Doch der Reihe nach...

Bereits vor Beginn konnte man meinen, so richtig ernst nehmen die Leipziger Stadtväter den FC Sachsen dann doch nicht, oder wie kann es sein, dass bei diesem Spiel, was doch den einen oder anderen Zuschauer mehr anzieht, rund um das Zentralstadion parallel zum Spiel Straßen gesperrt sind und auch ein Bauernmarkt stattfindet? Die Folge war ein Verkehrschaos rund um das WM-Stadion von 2006. Allerdings kamen wir dank Routenplanung von Map24 fast staufrei ans Stadion und zum Parkplatz in der Goyastraße. Nachdem dann am Stadion die nicht enden wollenden Treppen erklommen waren, konnte man bereits etwa eine halbe Stunde vor Spielbeginn die angesagte Partystimmung der halleschen Fans genießen.

Beim Einmarsch der Mannschaften präsentierten die HFC-Fans ihr Motto zum Spiel: "Chemie ist Rot-Weiß"! Entsprechend war der Gästeblock denn auch gefärbt. Und so begann das Spiel. Allerdings ergriffen nicht die Rot-Weißen die Initiative, sondern der Gastgeber zog an den Ketten. Mit guten Kombinationen bestürmten sie das Gehäuse von Matthias Küfner. Der HFC konnte sich erst nach 5 Minuten einmal befreien und hatte durch Holger Krauß die erste Möglichkeit. Seinen Freistoß setzte er aber recht kläglich neben Mauer und Tor. Fast im Gegenzug strich Ronny Kujats Kopfball knapp am Tor vorbei.

Der HFC überbrückte das Mittelfeld sehr schnell und konnte so für erhebliche Unruhe in der Abwehr der Sachsen sorgen. In der 12. Minute dann der erste, richtig nennenswerte Angriff der Hallenser. Sascha Kindling setzte sich auf der rechten Seite durch und brachte Alexander Gleis gut in Szene. Dieser rackerte sich im Strafraum durch ein Gewühl von Abwehrspielern. Seine Eingabe will Irakli Gemazashvili aufs Tor schießen. Denis Koslov (oder war es doch ein Leipziger?) drückt den Ball dann entgültig hinter die Torlinie. Der Jubel im Gästefanblock kannte keine Grenzen.

Die Gastgeber zogen jetzt wieder an und wollten schnellstmöglich den Ausgleich. Nach einem Freistoß zieht Daniel Ferl per Kopf scharf ab. Sein Ball kullert die Torlinie entlang, bevor Mentor Miftari den Ball aus der Gefahrenzone herausbefördert. In der 19. Minute zieht Sascha Kindling eine Ecke des HFC auf Nico Breitkopf. Ein Leipziger kann gerade noch auf der Linie klären. Das Spiel entwickelt sich jetzt zu einem echten Spitzenspiel. Es geht auf und ab. Sachsen Leipzig hat zwar leichte Feldvorteile, ist in der Offensive aber viel zu harmlos. Lediglich über Freistöße entwickeln sich einige kleinere Chancen, welche aber von Paeslack und Gerster kläglich vergeben werden. Anders der HFC, der die Effektivität heute für sich gepachtet hatte. Denis Koslov spielt in der 27. Minute einen Klasse-Paß auf Irakli Gemazashvili. Dieser zieht von der linken Strafraumgrenze direkt ab und versenkt die Kugel im rechten Eck. Was für ein Traumtor! Welche Last dem Georgier abgefallen sein muß, konnte man bei seinem Jubel richtig spüren. Auch auf den Rängen des Gästeblocks gab es kein Halten mehr, die Tribüne bebte.

Der FC Sachsen bestimmte weiterhin optisch das Spiel, ohne wirklich Torgefahr auszustrahlen. Paeslack traf noch das Außennetz und Kujat scheiterte kurz vor der Pause am souveränen Matthias Küfner im halleschen Tor. Mit einer nicht unverdienten Führung der Gäste aus Halle ging es in die Pause. Die 6.880 Zuschauer (darunter etwa 1.500 Hallenser) hatten bis hierhin eine flotte, auf hohem Oberliganiveau stattfindende Partie gesehen. In der Halbzeitpause wurde im Fanblock der Grün-Weißen zu Gunsten der Familie des verunglückten HFC-Torhüters Mirco Egert gesammelt. Bei aller Rivalität ein klasse Zeichen des FC Sachsen Leipzig - danke hierfür.

Auch nach dem Wechsel bestimmten die Sachsen optisch die Partie. Unverständlicherweise zog sich der HFC weit zurück und wollte die 2:0-Führung nur verteidigen. Eine Entlastung der Abwehr war kaum noch möglich. Nico Breitkopf stand bei den wenigen halleschen Angriffen oft auf weiter Flur allein da. Um die 55. Minute herum gab es ein wahres Eckenfestival der Leipziger. Eine dieser Ecken bringt Thielemann hinein. Matthias Küfner kann den Ball unter starker Bedrängung nur zu kurz abwehren. Jack kann die sich bietende Chance nicht nutzen und verzieht knapp. In dieser Situation wurde der hallesche Keeper durch seine Abwehrrecken nicht genügend geschützt, weshalb die ncht ganz regelkonforme Bedrängung durch Paeslack erst möglich wurde. In anderen, ähnlichen Situationen war das Stellungsspiel der Hallenser dann aber wieder deutlich besser.

In der 60. Minute setzt sich Nico Breitkopf sehenswert durch. Sein Schuß aus 13 Metern wird aber vom Sachsen-Keeper Burmeister sicher gehalten. Die Messestädter werden nun immer nervöser, fallen durch eine etwas ruppigere Gangart auf. Der die Partie sehr sicher leitende Berliner Schiedsrichter hat aber jederzeit alles im Griff. Eher auf zufällige Art entsteht dann auch die wohl größte Chance des FC Sachsen. Paeslack erhält eher zufällig den Ball aus extrem abseitsverdächtiger Position und steht in Höhe des Elfmeterpunktes völlig frei vor dem halleschen Keeper. Es gelingt ihm allerdings nicht, Matthias Küfner zu überwinden. Mit einer Klasse-Parade verhindert der hallesche Teufelskerl den Anschlußtreffer.

Den Sachsen scheint jetzt der Zahn gezogen worden zu sein. Sie sind zwar weiter optisch im Vorteil, agieren aber völlig einfallslos. In der 72. Minute vergibt Kujath eine Kopfballmöglichkeit. Bei dieser Aktion war er unglücklich mit einem Gegenspieler zusammengeprallt und mußte das Spiel mit einer blutenden Kopfwunde verlassen. Das Auswechselkontingent der Sachsen bereits ausgeschöpft war, spielten sie ab jetzt in Unterzahl. Der HFC wurde jetzt in seinen Bemühungen auch wieder gefährlicher. In der 85. Minute setzt Adulphus Ofodile seinen Sturmpartner Nico Breitkopf in Szene. Dieser umkurvt den Torhüter der Sachsen und schiebt das Leder zum 3:0 ein. Die hallesche Kurve brodelt jetzt über! "DER HFC IST WIEDER DA!" Die Fankurve der Sachsen wird jetzt lichter. In Scharen verlassen die Fans des Gastgebers das Stadion. Auch die Leipziger Spieler haben ihre Nerven nicht mehr im Zaum. Nistroij muss das Feld wegen eines wiederholten Foulspiels aufgrund einer Rot-Gelben Karte verlassen. So bekommt er nicht mehr aktiv mit, dass der HFC fast noch das 4:0 erzielt. Einen Trehkopf-Freistoßhammer (88.) kann Burmeister gerade noch mit einer sehenswerten Parade an den Pfosten lenken.

Nachdem Abpfiff herrscht im Stadion "Gänsehautfeeling". Die Fans zelebrierten gemeinsam mit der Mannschaft eine "UUUUFFFFTTTTAAA", die für die abziehenden Leipziger Fans wohl noch außerhalb des Stadions zu hören war. Mit Tränen in der Augen, der Freude im Gesicht verließen die HFC-Fans das Stadion. Man hatte das ganze Spiel und vor allem auch danach deutlich gemerkt, dass die Mannschaft heute, wie "Gema" im Interview mit dem MDR deutlich machte, für die "geilen Fans" und für Halle gekämpft hat. DANKE - DAS WOLLEN WIR IMMER SEHEN...

Bilder zum Spiel findet Ihr in unserer Galerie!


Stimmen zum Spiel (übernommen von MDR online):

Frank (FC Sachsen): "Wir haben heute einen Rückschlag erlitten. Dennoch konnte ich im Spiel nach vorn Fortschritte erkennen. Der Spielverlauf mit den beiden frühen Gegentreffern war natürlich extrem gegen uns. Trotzdem bin ich nicht ganz unzufrieden uns hat nur das Tor gefehlt. Wäre das gefallen, hätten wir die Partie noch gedreht, davon bin ich überzeugt. Die Niederlage wirft uns nicht um, aber. natürlich ist das Ergebnis bitter."

Andreev (Halle): "Es war ein wichtiges Spiel, zumal bei uns viele gefehlt haben. Wir haben diszipliniert gespielt und die Druckphase überstanden. Zwei Tore in der ersten Halbzeit helfen da natürlich. Es war ein interessantes Spiel - Kompliment an meine Mannschaft."

So spielten beide Teams:

Sachsen Leipzig: Burmeister - Jack, Kittler, Ratkowski (12. Wejsfelt/ 58. Noll), Gerster, Thielemann, Ferl (60. Toku), Seifert, Niestroj (Gelb-Rot/86.), Kujat, Paeslack

HFC: Küfner - Miftari, Petrick, Trehkopf, Kindling (88. Kamalla), Georg, Krauß, Gemazashvili, Koslov, Breitkopf (87. Kövari), Gleis (71. Ofodile)

Tore: 0:1 Koslov (12.), 0:2 Gemazashvili (27.), 0:3 Breitkopf (85.)

Wir danken für Eure Unterstützung:

Spam PoisonValid HTML 4.01sportMit ICRA gekennzeichnetWebWatch4u.com :: Serverüberwachung kostenlosUnsere Seite arbeitet mit Spider-FalleUnsere Seite hosten wir mit Hilfe von WetzeWorld.de