
16.10.2005 / Kurt-Wabbel-Stadion, Halle (Saale)
9.Spieltag 2005/2006
Hallescher FC - TSV Völpke 2:0 (2:0)
Bei bestem Fussballwetter fanden nur gut 1.000 Zuschauer den Weg ins weite Rund des Kurt-Wabbel-Stadions. Aufgrund der zuletzt gezeigten Leistungen mit den drei Unentschieden gegen Dresden-Nord, Meuselwitz und Auerbach sowie dem Pokalaus in Naumburg war diese Resonanz allerdings auch kein Wunder. Sportlich gesehen waren die Gastgeber natürlich der Favorit. Allerdings hatte es der Aufsteiger aus Völpke auf mindestens einen Punkt abgesehen. Die Männer von Coach Rene Müller waren also gewarnt.
So war es denn auch nicht verwunderlich, dass die in Rot spielenden Hallenser auch von Beginn an die Szenerie bestimmten. Das Ziel war klar: Ähnlich wie in der zweiten Runde des Landespokals sollte früh ein Tor erzielt werden. Bereits nach fünf Minuten konnte man erste Eindrücke vom heutigen Siegeswillen der Hallenser gewinnen. Alexander Gleis kann seine sich bietenden Möglichkeiten allerdings nicht nutzen. Erst scheitert er aus etwa zehn Metern am Torhüter, dann zieht er einen toll getimten Kopfball am Tor vorbei.
Nach einer ersten Minichance des TSV Völpke stürmt der HFC unaufhaltsam nach vorn. Einen langen Pass in den Strafraum verlängert Alexander Gleis auf rechts außen. Dort stürmt der im Verlaufe der Partie zum besten Mann auf dem Platz werdende Sebastian Wille heran und hämmert bereits nach sieben Minuten den Ball unhaltbar in den Kasten der Gäste. Das frühe Tor war da!
Auch weiterhin bestimmt nur der HFC die Aktionen auf dem Platz. So zieht Tobias Große aus 20 Metern ab. Der Völpker Torwächter kratzt den Ball noch aus dem Winkel (12.). Sebastian Wille scheitert per Kopf und Denis Koslov schiebt das Leder am Tor vorbei. Ein weiteres Tor für Chemie schien nur eine Frage der Zeit zu sein.
Doch plötzlich kommt Sand ins Getriebe. Der TSV Völpke kommt nun etwas besser ins Spiel. Allerdings nicht, weil sie nun besser spielen, sondern weil auf HFC-Seite unkonzentriert Pässe geschlagen werden. So haben die Gäste dann auch ihre einzig richtig gefährliche Chance. Doch Matthias Küfner ist in der 25. Minute auf dem Posten und verhindert das Schlimmste.
Mit halber Kraft gelingt es dem HFC, das Spiel wieder an sich zu reißen. Doch weiterhin werden die sich bietenden Möglichkeiten nicht genutzt. Denis Koslov beispielsweise trifft den Ball nicht richtig und hämmert diesen über den Kasten. Doch drei Minuten vor der Pause hat auch er endlich wieder ein Erfolgserlebnis. Über Irakli Gemazashvili, der in der ersten Hälfte noch gute Akzente setzen konnten, dann aber völlig verblasste, flankt den Ball von links nach innen. Sebastian Wille verlängert die Eingabe per Kopf und findet den selbigen des Russen. Denis Koslov nickt so unbedrängt zum 2:0 ein. Mit diesem beruhigenden Ergebnis geht es in die Kabinen.
Nach der Pause kommt der HFC erneut mit Schwung ins Spiel. Denis Koslov & Co. mutieren nun aber fast zum Chancentod. Immer wieder werden selbst klarste Möglichkeiten billig vertändelt. Hinzu kommt ein glänzend aufgelegter Torhüter, der selbst dann noch hält, was eigentlich gar nicht mehr geht.
Von Völpke war in der zweiten Hälfte so gut wie nichts mehr zu sehen. Doch auch bei den Hallensern war schnell wieder Sand im Getriebe. So plätscherte das Spiel bis zur Schlussviertelstunde vor sich hin. Dann fanden die Gastgeber nochmals zu ihrem Spiel. Doch Zielwasser hatten sie noch immer nicht getrunken. Denis Koslov bringt das Kunststück fertig, den Ball aus drei Metern nicht im Kasten unterzubringen. Der eingewechselte Robert Römer zögert oftmals zu lange, ehe er den Abschluss sucht. Mihal Zahorec scheitert ebenfalls mit den sich bietenden Möglichkeiten. So blieb es am Ende "nur" beim 2:0, über ein 6:1 hätten sich die Völpker auch nicht beschweren dürfen.
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Das sagten die Trainer: (übernommen von
MDR online)
Torsten Bennert (TSV): "Wir wollten mit unserer Reise nach Halle den HFC eigentlich nicht unterstützen. So sollte vor allem ein frühes Gegentor verhindert werden, was uns aber nicht gelang. Ab der 20. Minuten waren wir kurzzeitig im Spiel, doch mit dem 2:0 war es eigentlich entschieden. Nach dem Wechsel hatten wir nichts mehr zuzusetzen und der Sieg für Halle hätte noch höher ausfallen können."
Rene Müller (HFC): "Die Mannschaft hat das umgesetzt, was ich gefordert habe: Hohe Laufbereitschaft und konsequente Zweikampfführung. Wir erspielten uns zwei Hände voll Chancen. Schon nach 20 Minuten hätten wir den Sack zubinden müssen. Am Ende mussten wir höher gewinnen. In der Abwehr haben wir einen Schritt nach vorn gemacht und kaum etwas zugelassen. Ich weiß, alles geht noch besser, aber ich habe Geduld."
So wurde gespielt:
HFC: Küfner - Große, Tews, Trehkopf - Wille (87. Scherz), Georg, Weniger, Eberhardt, Gemazashvilli (73. Sahorec) - Koslov, Gleis (66. Römer)
TSV: Pietruska - Heimrath, Zahn, Pöper, Bree - Bläsing, Helmke, Uffrecht (58. Lürding), Grabau (83. Behrens) - Bremse, Ohnsorge (63. Linzert)
Tore: 1:0 Wille (7.), 2:0 Koslov (42.)
Zuschauer: 1.011