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Aktives Coaching durch Geras Trainer Nico Quade trotz Verweis auf die Tribüne. 02.12.2007 / Kurt-Wabbel-Stadion, Halle (Saale)

15. Spieltag 2007/2008

Hallescher FC - 1.FC Gera 03 1:1 (1:0)



Erneut hat es im heimischen Stadion für die Oberliga-Kicker das HFC nicht zu drei Punkten, also einem Sieg gereicht. Gegen den 1.FC Gera 03 konnte eine 1:0-Führung nicht über die Zeit gebracht werden. Am Ende stand ein 1:1-Unentschieden.

Bereits beim Gang in das Stadion merkte man, dass man Fussballspiele zum ersten Advent nicht ansetzen sollte. Gähnende Leere im Kassenbereich ließ Böses erahnen. Die Familie steht in diesen Tagen angesichts nicht gerade verwöhnenden Fußballs durch die Rot-Weißen im Vordergrund. Um so überraschender, dass am Ende doch mehr als 1.000 Leutchen vermeldet wurden. Do richtig im BLick ringsum konnte man nicht dran glauben.

Auf schwerem Geläuf wollten die Mannschaft der Hausherren ihrem Kapitän David Bergner zum heutigen Geburtstag ein nettes Geschenk bereiten. Doch dieser "beschenkte" erst einmal einen Geraer mit einer Grätsche, was deren Coach Nico Quade das erste Mal auf die Palme brachte. Im weiteren Verlauf der Partie waren es wohl die merkwürdigen Entscheidungen des hoffnungsvoll in froschgrün gekleideten Schiedsrichtergespanns. Beide Seiten wurden mit unwillkürlich gesetzten Pfiffen bedacht, so dass man sich manchmal fragte, tatsächlich noch etwas Ahnung von Fußballregeln zu haben. Eins hatten diese Entscheidungen aber glücklicherweise nicht: Einfluss auf den Spielverlauf. Diesen nahmen doch die Kicker auf dem mehr als holprigen Rasen selbst in die Hand. Wie hässlich das Spielfeld war, sah man, wenn der Ball geradeaus lief. Unmotiviertes Springen in nicht vorhersehbare Richtungen brachte die Fußballkunst zum erliegen. So war das Bemühen beider Teams durchaus zu erkennen, konstruktives Spiel aber eher Mangelware. Die Gäste versteckten sich nicht, hatten gar mit Rock Embingo, der für den sich beim Warmmachen verletzenden Ex-HFCer Friedrich kurzfristig in die Startelf sprang, den besten Mann auf dem Platz. Der noch immer in Halle wohnende Ex-Vfler war somit der beste Aktuer aus der Saalestadt, trug nur das falsche Dress.

Glücklicherweise konnten seine "Tanzaktionen" nicht dazu beitragen, dass Gera die Führung des Spiels übernimmt. Diese durften tatsächlich die Hausherren bejubeln. Einen langen Freistoß von Geburtstagskind Bergner legt Nico Kanitz mit der Brust ab. Kvichad Shubitidze hämmert das Leder unhaltbar ins lange Eck. Unglaublich: Der HFC geht mit einer Führung in die Kabine.

Diesen Pfiff des Schiedsrichter durfte der bereits erwähnte Nico Quade bereits von der Tribüne verfolgen. Der Schiedsrichter hatte kurz vor dem Seitenwechsel von den ständigen Rufen des Geraer Coaches genug und verabschiedete diesen aus dem Innenraum. Nico Quade wäre aber nicht Nico Quade, wenn er nicht dennoch eine Möglichkeit des Coachings entdecken würde. Diese fand er dank der günstigen Zaunlage im Kurt-Wabbel-Stadion. Die zweite Hälfte verfolgte der Thüringer Trainer in unmittelbarer Nähe seiner Bank und stand so im ständigen Kontakt mit seinem Assistenten. Somit konnte er noch immer aktiv auf seine Mannschaft einwirken. Zu Beginn der zweiten Hälfte fand diese Unterstützung auf dem Rasen allerdings keine Wirkung. Die Gäste wirkten verunsichert, lieferten einige Stockfehler ab. Unglücklicherweise waren es aber die Hallenser, die sich von diesem Gekicke anstecken ließen und sich ebenfalls in Fehler hineinsteigerten. Die sch in dieser Phase bietende Chance zum Nachfassen wurde fast sträflich versäumt. Unverständlich war vielmehr, dass nun der Fußball eingestellt wurde. Einzig Maik Kunze war es, der ständig an den Ketten zog. Doch wenn er es schaffte, am Gegner vorbei zu kommen, war im Strafraum keine Unterstützung zu entdecken. Bis zum Strafraum ist das Spiel der Hallenser durchaus gefällig, aber dann bleiben die Ideen aus. Unübersichtlich ist, dass dem HFC ein Stürmer mit dem richtigen Stellungsspiel und der nötigen Kaltschnäuzigkeit fehlt. Dies zeigt auch die aktuelle Oberliga-Tabelle. In der Abwehr ganz vorn dabei, fehlen eindeutig die Tore zu einem besseren Tabellenrang. Mit nur einem Tor kann man Spiele nicht immer gewinnen, da selbst der besten Abwehr einmal ein Fehler passieren kann. So war es natürlich auch am heutigen Tag. Torsten Görke kommt einen Tick zu spät und Janke schafft in der 71. Minute den Ausgleich für die Gäste.

Was nun folgt, ist ein mehr als planloses Anrennen der Hausherren. Dennoch haben die Hallenser einige Móglichkeiten, die man eher mit einem "chen" verlängern sollte. Denn so richtige Gefahr versprüht mehr der Wunsch auf einen erlösenden zweiten Treffer. Doch dieser fällt nicht mehr. Leistungsgerecht trennen sich so zwei Teams auf Augenhöhe, was den Gästen bereits vor Beginn der Partie klar war. Wie sagte deren Trainer in einem kurzen Plausch gegen Ende der Partie so schön: "Ein Punkt ist mir hier viel zu wenig, wir wollten eigentlich drei mitnehmen." Wer wollte das heute wohl nicht. So richtig freuen konnten sich über diese Punkteteilung dennoch nur die Gäste. Für den HFC wächst der Druck in Regionen, wo es schon den einen oder anderen Trainerverlust zu beklagen gab. Die kommenden Spiele gegen Pößneck und Eilenburg müssen gezogen werden, will man nicht wieder den Kontakt zu den Zielen zu Weihnachten verloren haben. Konsequentes Arbeiten ist daher auch weiterhin wichtig, eine vom MDR bereits hereingebrachte Trainerdiskussion an dieser Stelle (noch) nicht erforderlich und auch nur störend.

Bilder vom Spiel und dem Drumherum sind hier zu finden.


Das meinten die Trainer nach dem Spiel:

Nico Quade (Gera):
"Wir hatten uns heute viel vorgenommen und wollten aus einer kompakten Abwehr heraus gefährliche Konter setzen. Am Ende ist uns dies gut gelungen. Das Ergebnis ist leistungsgerecht. In der ersten Halbzeit hatten wir, besonders nach Standards einige gute Chancen, konnten diese aber nicht nutzen. Allerdings haben wir auch ein Mal gepennt und sind dabei in Rückstand geraten. Für uns ist das 1:1 hier in Halle ein guter Jahresabschluss und eine positive Grundlage für die Rückrunde."
Sven Köhler (Hallescher FC): "Ich bin mit dem heutigen Spiel nicht zufrieden. Weder mit dem Ergebnis, noch mit der Leistung. Wir haben uns das 1:0 schwer erkämpft und konnten es danach nicht verteidigen. In der zweiten Halbzeit spielte Gera mit viel Mut und Risiko nach vorn. Beim Ausgleichstreffer haben wir Janke einfach zuviel Platz gelassen. Nach dem 1:1 haben wir alles versucht, doch es gelangen uns keine überlegten Spielzüge. Die letzten Spielausfälle haben uns aus dem Rhythmus gebracht. Jetzt müssen wir die letzten beiden Spiele in diesem Jahr gewinnen."

So spielten beide Teams:

Hallescher FC:
Horvat - Werner, Bergner, Gröger, Kanitz (68. Jurascheck) - Kunze, Görke, Kittler, Stark - Shubitidze (82. Reich), Janecek (68. Petrick)
1.FC Gera 03: Richter - Fuhrmann, Tews, Grossert - Raab (54. Ast), Weißhaupt, Embingou, Barich (36. Schlachta), Bloß - Sadlo, Janke

Tore: 1:0 Shubitidze (38.), 1:1 Janke (71.)

Zuschauer: 1.073

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