24.02.2008 / Kurt-Wabbel-Stadion, Halle (Saale)
16. Spieltag 2007/2008
Hallescher FC - VFC Plauen 0:2 (0:1)
Mit viel Elan wollten die Oberliga-Kicker des Halleschen FC den heutigen 42. Geburtstag von Trainer Sven Köhler versüßen. Die Weichen in Richtung neue Regionalliga sollten bereits mit dem ersten Rückrundenauftritt im heimischen Kurt-Wabbel-Stadion in die richtige Richtung gestellt werden. Doch die Gäste vom VFC Plauen hatten etwas dagegen.
Gäste-Coach Hermann Andreev hat seine Jungs überraschend defensiv aufgestellt. Die Hallenser übernahmen deshalb sofort das Geschehen in ihre Hände. Bis zur Strafraumgrenze oder Grundlinie sah das auch alles ganz in Ordnung aus, doch in der letzten Konsequenz mangelte es dann doch. So konnten Kanitz und der heute sehr glücklos agierende Michel Petrick ihre Möglichkeiten nicht nutzen. Plauen fand de facto nicht statt. Auf dem Rasen des Kurt-Wabbel-Stadions spielte nur der Gastgeber, welcher durchweg von den eigenen Fans frenetisch nach vorn gepeitscht wurde.
In der Folge rückte der Schiedsrichter durch merkwürdige Entscheidungen immer mehr in den Mittelpunkt. Einen guten Schiedsrichter sollte man auf dem Platz nicht merken, meint eine alte Fußballweisheit. Man braucht dieser nicht zu folgen, um zu wissen, dass Rene Rohde aus Rostock mit seinen beiden Assistenten nicht den besten Tag hatte. Mit einer Folge von Pfiffen, welche man oft nicht nachvollziehen konnte, sorgte der Unparteiische dafür, dass das Spiel zerfahren wurde, der Fluss völlig verloren ging. In der 28. Minute verweigerte der Rostocker dem HFC einen Elfmeter, über dessen Berechtigung auch die Fernsehbilder des MDR keinen entgültigen Aufschluss geben konnten. Zweifelhaft war es aber schon, dass Herr Rohde auf Schwalbe entschied und Kittler den gelben Karton zeigt. Dieser war zuvor schon förmlich wahllos und ohne Linie mehrfach verteilt worden. Insgesamt waren es nach Ende der 90 Minuten ganze sieben Stück in einen Spiel, was man nicht als unfair bezeichnen kann.
Drei Minuten nach der umstrittenen Strafraumszene bekommt der VFC Plauen einen (berechtigten) Freistoß innerhalb des Anstoßskreises. Hier besagen die Regeln des Fußballs, dass dieser am Ort des Geschehens ausgeführt werden muss, in dem der Ball zuvor eindeutig ruht. Nun, Herr Rohde deutete diese Regeln etwas anders. So ließ er es zu, dass der VFC Plauen sich beim schnellen Ausführen des Freistoßes (ein ruhender Ball sieht anders aus) einen Vorteil von 10 bis 15 Metern Richtung hallesches Tor verschaffte. Risch sagte natürlich danke. Dark Horvat hatte nicht den Hauch einer Chance, die Führung der Gäste zu verhindern.
Mit dieser erneuten Fehlentscheidung hatte der Schiedsrichter nun doch erheblichen Einfluss aufs Spiel genommen. Allerdings lag es nun an den HFC-Kickern selbst, sich aus dieser misslichen Lage selbst zu befreien. Schließlich betrafen die diskussionswürdigen Entscheidungen des Unparteiischen beide Teams in ähnlichem Umfang. Doch nun kam zu der normalen Unzulänglichkeit auch noch das Zittern hinzu. Bestes Beispiel war ein halbhoher Pass von Michel Petrick nach innen, den Maik Kunze in der 37. Minute nur verstolpern konnte. So ging es denn mit Rückstand in die Kabinen.
Sofort mit dem Wiederanpfiff merkte man den heimischen Kickern an, dass sie für eine Wende der Begegnung sorgen wollten. Doch noch immer war es mit der Herrlichkeit am 16er der Spitzenstädter vorbei. Die Jungs aus dem Vogtland stellten sich clever hinten hinein und sorgten mit kleinen Nadelstichen immer wieder für etwas Gefahr am halleschen Tor. Man hatte stets das Gefühl, dass es noch ein zweites Tor - auf welcher Seite auch immer - geben würde. Ein Schuss von Petrick kann der Plauener Keeper gerade noch am TTor vorbeilenken. Auf der anderen Seite sorgt der Zapyshnyi für Gefahr. Doch er nimmt in der 54. Minute die Hand zur Hilfe. Dumm nur, dass dies der Schiedsrichterassistent deutlich erkennt. Nach einer gelben Karte in der ersten Hälfte ist die logische Konsequenz die Ampelkarte und der damit verbundene Platzverweis. VFC-Co-Trainer Axel Schröter erregt sich darüber so sehr, dass er seinem Spielmacher in die Kabine folgen darf. Der HFC ist nach dieser Szene in Überzahl, kann daraus aber wie gehabt kein Kapital schlagen. Kunze schießt knapp über die Querlatte, Jan Benes trifft diese auch nur. Das Unentschieden fällt nicht. Vielmehr schafft Zimmermann drei Minuten vor dem Ende die Entscheidung. Aus abseitsverdächtiger Position - von unserer Sicht aus würde man eher auf regulär tippen - trifft der Plauener völlig alleingelassen ohne Schwierigkeiten.
So jubeln am Ende nur die etwa 150 Plauener. Die meisten der knapp 2.200 Leutchen im weiten Rund des Kurt-Wabbel-Stadions gehen aber schlecht gelaunt nach Hause. Der Fehlstart in die Rückrunde ist perfekt. Chemnitz nächste Woche wird noch schwerer...
Bilder vom Spiel und dem Drumherum sind hier zu finden.
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Das meinten die Trainer:
Hermann Andreev (VFC):"Es ist immer wieder ein besonderes Gefühl, wenn man eine Stelle zurückkehrt, wo man schon einmal Trainer war. Wir hatten vor dem Spiel große Sorgen. Es gab nur ein dosiertes Training, um für das Spiel fit zu werden. Ein Kompliment an meine Mannschaft, sie hat heute alles gegeben und verdient gewonnen. Trotz einer 35-minütigen Unterzahl spielte sie souverän. Das war ein gelungener Rückrundenstart."
Sven Köhler (HFC):"Am Ende war der Sieg für Plauen nicht unverdient. Wir waren zwar von Beginn an bemüht, Druck zu machen, aber es hat nicht gereicht. Bei zwei Standardsituationen haben wir geschlafen. Und naiv gespielt. Auch nach der Pause haben wir alles versucht, erarbeiteten uns aber zu wenige Torchancen. Kurz vor dem Ende des Spiels haben wir erneut und das 0:2 Kassiert. Insgesamt war unser Spiel zu fehlerhaft."
So spielten beide Teams:
Hallescher FC:Horvat - Werner (65. Stark), Bergner, Kamalla, Benes, Finke, Kittler, Kanitz (83. Jurascheck), Shubitidze (46. Seipel),Petrick, Kunze
VFC Plauen:Okrucky - Boden (90. Heinisch), Fahrenholz, Hujdurovic, Schulze, Hoßmang, Paulick, Risch, Gillert (69. Pätz)
Tore: 0:1 Risch (31.), 0:2 Zimmermann (87.)
Gelb-Rote Karte: Zapyshnyi (VFC/54.)
Rote Karte: Schröter (VFC-Co-Trainer/55.)
Zuschauer: 2.196