
02.09.2007 / Kurt-Wabbel-Stadion, Halle (Saale)
4. Spieltag 2007/2008
Hallescher FC - FSV Zwickau 4:1 (2:1)
Der Hallesche FC hat seinen zweiten Heimauftritt mit Bravour absolviert. Mit dem 4:1-Erfolg über den FSV Zwickau wurde dieser tiefer in die Krise geschickt. Schon beim Einmarsch ins Stadion wurde das Ziel allen vor Augen geführt. Mit einer genialen Choreo, bei der der HFC in Gestalt eines Ferrari dem "Trabant" FSV Zwickau davonrast, stimmte die Fankurve die Mannschaft auf die kommende Begegnung ein. Diese gab ein Dankeschön zurück. Wie bereits in Sangerhausen fand die Elf auch diesmal vor dem Spiel den Weg zu den Fans. Diesmal hatten sie sogar Bälle mit, welche als Dankeschön für die Unterstützung weitergegeben wurden. Hier wächst etwas zusammen, was zusammen gehört. Die Mannschaft hat ihre Nummer 12 für sich entdeckt, die Fans sorgen mit ihren dauerhaften Gesängen für die notwendige Unterstützung. Eins ist dabei bemerkenswert: Auch wenn der Saisonstart nicht so berauschend war, der eine oder andere vielleicht mit mehr Punkten gerechnet hatte, so fanden dennoch auch diesmal beim Spiel gegen den Tabellenletzten mehr als 2.000 Leute (darunter etwa 200 aus der Trabantstadt) den Weg ins Rund des Kurt-Wabbel-Stadion.
Die Mannschaft bedankte sich für diesen zahlreichen Besuch mit einem furiosen Start. Bereits nach drei Minuten konnte Gästekeeper Fährmann das Leder aus den Maschen holen. Ausgerechnet die alleinige Spitze Milan Janecek sorgte mit seinem Schuss aus 20 Metern für Jubel im Stadion. Da war er also - der erste Treffer eines HFC-Stürmers in dieser Spielzeit. Es sollte nicht bei diesem einen bleiben.
Doch zunächst hatte Kvichad Shubitidze die nächste Möglichkeit. Nur eine Minute nach der Führung hämmert er einen langen Einwurf in Richtung Zwickau-Tor, doch diesmal ist Fährmann auf dem Posten und kann den Ball gerade noch zur Ecke klären, welche allerdings verpufft. Es war die Phase, in der von den Gästen nichts zu sehen war. Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, wann Halle den nächsten Treffer erzielt. Doch nach der ersten Viertelstunde verlor das Chemiespiel an Druck, die Partie verflachte etwas und wurde leicht langweilig. Doch auch das konnte der schwache FSV nicht für sich nutzen. Vielmehr fielen die Gäste durch sagenhafte Schreieinlagen bei selbst den kleinsten Zweikämpfen auf. Sollten die Sachsenringer im Training Schauspielunterricht bekommen? Der Schiedsrichter fiel jedenfalls oft auf diese Einlagen herein und förderte die Missgunst unter den Zuschauern durch nicht wenige merkwürdige Entscheidungen. Doch wie bereits in Sangerhausen ließen sich die Spieler des Halleschen FC hiervon nicht beirren. Die Rot-Weißen erarbeiteten sich weitere Möglichkeiten. Eine schöne Vorlage des heute auffällig agierenden Rene Stark kann Shubitidze nicht verwerten. Am Ball-Feeling muss der Georgier noch etwas arbeiten. In der 35. Minute ist es dann aber soweit. Kevin Kittler zieht unbestechlich ab. Fährmann kann nur abklatschen und Milan Janecek steht goldrichtig und schiebt zum zweiten Treffer ein.
Jubel-Trubel-Heiterkeit. Alles sieht nach einer deutlichen 2:0-Führung zur Halbzeit aus. Doch Zwickau bekommt noch einen Freistoß zugesprochen. Moses springt im Strafraum am höchsten und lässt Darko Horvat keine Chance. Mit dem 1:2 geht es in die Kabinen. Muss man sich Sorgen machen? Kommt nun die Angst wieder ins Spiel? Die deutliche Antwort gibt Sven Köhlers Truppe auf dem Platz. Denn in den zweiten 45 Minuten überschlagen sich förmlich die Ereignisse.
Nach drei Minuten muss Zwickaus Keeper ausserhalb des Strafraumes mit seinem kopf den Part eines Abwehrspielers übernehmen. Diese Ablage ersprintet sich Rene Stark und zieht sofort ab. Doch mit Marcel Trehkopf rettet ausgerechnet ein alter Bekannter auf der Linie. Nun werden auch die Sachsen etwas aktiver, doch so richtige Gefahr kommt für Darko Horvat nicht auf. Für diese sorgen dafür Nivo Kanitz aus 15 Metern und David Bergner mit ihren Lattentreffern. Für letzteren wäre es wahrscheinlich das Tor des Jahres geworden, der er nimmt das Leder mit einem sehenswerten Fallrückzieher an der Strafraumgrenze. Diese Aktion in der 68. Minute hätte ein Tor verdient gehabt. Doch es bleib beim 2:1. Vorerst!
In der 75. Minute sollte das leichte Zittern auf der Tribüne in Erleichterung umgewandelt werden. Denn nicht die starken Schüsse schaffen den Weg ins Zwickauer Gehäuse - nein - ausgerechnet ein Kullertor sorgt für die entgültige Entscheidung. Eine Eingabe von Tino Juraschek trifft Nico kanitz nicht richtig. So wird der Ball immer länger und trudelt unhaltbar ins Netz. Damit war die letzte Gegenwehr der Trabantstädter gebrochen. Wie tief die Verunsicherung beim Schlusslicht sitzt zeigt sich in der 78. Minute. Marcel Trehkopf legt Nico Kanitz im eigenen Strafraum. Ungeschickter kann man nicht zu Werke gehen. Torsten Görke lässt sich diese Chance nicht entgehen. Den fälligen Elfmeter verwandelt er sicher zum 4:1-Endstand, denn nach diesem Treffer spielte Chemie die Zeit nur noch herunter. Zwickau wird es mit wohlwollen beobachtet haben.
Nach dem Abpfiff feierten die rot-weißen Fans ihre HFC-Spieler überschwenglich. Dieses Spiel muss der weitere Anspruch sein....
Bilder dieser Begegnung sind hier zu findenSo spielten beide Teams:
Hallescher FC:Horvat - Werner, Bergner, Gröger, Benes - Görke, Kittler - Stark, Shubitidze (74. Juraschek), Kanitz (83. Seipel) - Janecek (77. Kunze)
FSV Zwickau:Fährmann - Strobel (60. Troche), Gleis, Köcher, Trehkopf - Scholze, Moses, Zdrazil, Kubik - Freimann (55. Hanke), Fuchsenthaler
Tore: 1:0 Janecek (3.), 2:0 Janecek (35.), 2:1 Moses (45.), 3:1 Kanitz (73.), 4:1 Görke (76./FE)
Zuschauer: 2054