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Traumhafte Kulisse im weiten Rund des Kurt-Wabbel-Stadions 23.09.2007 / Kurt-Wabbel-Stadion, Halle (Saale)

6. Spieltag 2007/2008

Hallescher FC - FC Sachsen Leipzig 2:1 (2:1)



Derbyzeit im Kurt-Wabbel-Stadion: Bei bestem Sonnenschein lockte die Begegneung des Halleschen FC gegen den FC Sachsen Leipzig mehr als 5.200 Leute ins weitere Stadionrund. Sie erlebten ein Derby mit Emotionen und einem letztlich verdienten Sieg der echten Chemie, welche bekanntlich Rot-Weiß ist.

Unter dem frenetischen Empfang eines tollen rot-weißen Fanblocks wurden die beiden Teams auf dem heiligen Rasen empfangen. Das Feuer sprang auch sofort auf die Spieler der Gastgeber über. Milan Janecek zieht bereits nach drei Minuten von der Strafraumgrenze ab. Seinen Schuss kann Süßner im Tor der Sachsen gerade noch zur Ecke klären. Diese bringt gleich die nächste Gefahr. Kvihad Shubitidze zimmert jenseits des Strafraums in Richtung Sachsen-Tor, doch Süßner kann das Leder noch abwehren. Leider hatte die Abwehr der Saalestädter den Schwungder Offensive noch nicht so aufgeschnappt, wie es sollte. Besonders David Bergner schien in der Anfangsphase doch etwas übermotiviert und dadurch in seiner Arbeit gehindert. Doch in der 9. Minute passt Alexander Gröger, der ansonsten eine klasse Partie spielt, nicht auf. Racanel stürmt auf und davon. Weder Jan Benes noch David Bergner können den Sachsen-Akteur am Schuss hindert. David Horvat ist machtlos - 0:1. Jubel nur im etwa 1.000 Mann starken Gästeblock.

Der HFC nahm das Gegentor zur Kenntnis, ohne in Hektik zu verfallen. Warum auch, war ja noch genug Zeit zu spielen. So wurde ruhig aus der Abwehr gespielt. David Bergner gibt den Ball auf den vor der Saison vom heutigen Gegner an die Saale gewechselten Kevin Kittler weiter. Dieser findet Shubitidze, welcher wiederum das Leder ratzfatz auf Nico Kanitz spielt. Mit einem tollen Zug zieht der links an der Abwehrreihe der Leipziger vorbei und sieht den in der Mitte bestens positierten Milan Janecek. Nur zwei Minuten nach der Führung der Gäste braucht der Tscheche nur noch einzuschieben.

Ausgelassener Jubel unter den rot-weißen Fans, der nach 32 Spielminuten noch größer wird. Eine Ecke von "Shubi" findet den Kopf von Bergner, welcher wiederum die "Rübe" von Kevin Kittler findet. Auf die gegen ihn gerichteten Schmähungen aus der "Schaben"-Kurve antwortete der HFC-Kicker mit einem Treffer und der Führung für die Hausherren. Diese hätte zur Pause noch höher ausfallen können. Torsten Görke donnert einen Freistoß an die Querlatte, den Abpraller verstolpert David Bergner überrascht.

Nach einer unverhältnismäßig langen Nachspielzeit pfiff der nicht immer sichere Schiedsrichter Daniel Siebert aus Berlin zum Pausentee. Den ließen sich die Schützlinge von Sven Köhler auch richtig schmecken. Zumindest durften die Gäste doch etwa fünf Minuten allein auf dem Platz verbringen. Nachdem dann alle da waren, ging es in die zweiten 45 Minuten.

Erneut hatten die Gäste den besseren Start. Der HFC zog sich etwas zurück und lauerte auf Konter. In der Abwehr bekam man aber einen Reimann nicht in den Griff, dieser seine Nerven aber auch nicht. Anders als mit absoluten Nervenflattern kann man seine Aktion nicht verstehen, als er völlig frei vor Horvat auftauchend das Leder nur in die Arme des halleschen Keepers bugsierte (53.). Das Duell ist nun geprägt von der Spannung. Einen Konter über Janecek, wo der HFC alles richtig macht, findet die Krönung im Schuss von Shubitidze, doch der Ball klatscht nur an den Außenpfosten. Die Entscheidung wollte nicht fallen. Doch die Abwehr um David Bergner und Alexander Gröger, der nach einem Fußtritt in der ersten Halbzeit am Spielfeldrand genäht und dennoch zur großen Stütze wurde, hielt den nun wütenden Angriffen stand. Am Ende durften die Hallenser ihren Sieg bejubeln.

Die Niederlage muss die Sachsen-Fans hart getroffen haben. Erneut versuchten sie, den Innenraum des Stadions zu erreichen. Dies war denn auch der Moment, als eine bisher unauffällig agierende Polizei eingriff. Schnell wurden der Platzsturmversuch der Leutzscher im Keim erstickt. Als die Zerstörungen im Block (Feuer) und an den Werbebanden überhand nahmen, erfolgte die Räumung des Gästeblocks durch die Polizei. Einige unverbesserliche Idioten lieferten sich so ein heftiges Scharmützel mit den Ordnungshütern. Leider meint der Mitteldeutsche Rundfunk, nicht auch einmal in dieser Richtung berichten zu müssen. Das Saubermann-Image der Sachsen muss gewahrt bleiben. Brisant an der Geschichte ist, dass der FCS-Geschäftsführer mit im Gästeblock war. Hat er die Geschehnisse um \"seine\" sauberen Fans richtig mitbekommen? Liebe Leutzscher, eh ihr andere angreift, räumt bei Euch selber auf. Oder waren es wie kürzlich in Dresden nur welche, die sonst nicht bei Spielen des FC Sachsen erscheinen? Wenn es Medien, insbesondere der MDR nicht für nötig halten, so möchten wir es an dieser Stelle tun: Wir möchten ausdrücklich das unauffällige Auftreten der Polizei im Stadion, das Einschreiten dieser als es nötig wurde und das besonnene Verhalten der rot-weißen Fans nach dem Ausrasten des Gäste-Mobs ausdrücklich loben. Bei uns stimmt die Chemie, bei anderen anscheinend nicht...

Bilder vom Spiel und dem Drumherum sind hier zu finden


Das meinten beide Trainer:

Hansi Leitzke (FC Sachsen): "Wir sahen ein wirklich gute Oberligaspiel. Da war alles dabei. Die ersten zehn Minuten spielten wir so, wie wir es uns vorgenommen hatten und gingen auch in Führung. Ein individueller Fehler führte zum Ausgleich und auch beim zweiten HFC-Tor stimmte bei uns die Zuordnung nicht. Dennoch ein Kompliment an meine Mannschaft. Sie hat bis zum Schluss versucht, den verdienten Punkt zu holen. Für unsere gute spielerische Leistung wurden wir nicht belohnt. Für viele zu einfache Fehler werden wir derzeit hart bestraft."
Sven Köhler (HFC): "Die Zuschauer sahen heute eine ordentliche Oberligapartie, in der beide Mannschaften ihre Chancen hatten. Nach dem frühen 0:1 haben wir viel Moral gezeigt und gingen völlig verdient in Führung. Doch die Sachsen blieben immer gefährlich. Unsere Konter waren im Ansatz sehr gut, wurden aber leider nicht erfolgreich abgeschlossen. So konnten wir das Spiel nicht vorzeitig entscheiden."

So spielten beide Teams:

Hallescher FC:

Horvat - Werner, Bergner, Gröger, Benes - Görke, Kittler, Shubitidze, Kanitz (73. Petrick) - Kunze (67. Juraschek), Janecek (80. Seipel)
FC Sachsen Leipzig:
Süßner - Köckeritz, Baum, Kühne - Garbuschewski, Dietrich (46. Möckel), Rozgonyi (73. Gerber), Lee Gandaa (62. Heinze) - Racanel - Reimann, Semmer

Tore: 0:1 Racanel (9.), 1:1 Janecek (11.), 2:1 Kittler (32.)

Zuschauer: 5.226

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