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Mehr als ein Treffer sollte Chemie heute nicht gelingen. 07.10.2007 / Kurt-Wabbel-Stadion, Halle (Saale)

8. Spieltag 2007/2008

Hallescher FC - VfB 1906 Auerbach 1:1 (0:1)



Bisher konnte der HFC in dieser Saison immer gewinnen, wenn die als "Glücksbringer" fungierende Tochter von unserem "talimo" mit im Stadion war. Heute sollte Maria aber fehlen. Ein böses Ohmen? Anscheinend sollte das Erscheinen des Mädels künftig Pflicht werden, denn gegen unbequeme Auerbacher erreichte die Oberliga-Elf des Halleschen FC nur ein 1:1-Unentschieden.

1.800 Zuschauer erlebten einen nervösen HFC, der aber die erste Chance im Spiel hatte. Alexander Gröger kommt nach einer Ecke von Torsten Görke zum Schuss, trifft den Ball aber nicht richtig. Kann passieren. Ernüchternd sind dann allerdings die Geschehnisse in der 6. Minute. Kevin Kittler vertendelt im Mittelfeld den Ball, Auerbach spielt schnell über links. Schuch überwindet Darko Horvat zu seinem fünften Saisontreffer. Dieser Schock sitzt erst einmal - und wirkt auf die rot-weißen Kicker des HFC erst einmal lähmend. Die ärmste "Sau" war derjenige, der am Ball war. Anspielmöglichkeiten waren Mangelware, keinerlei Bewegung unter den HFC-Akteuren. So hatte es Auerbach natürlich leicht, den Beton in der Abwehr richtig anzurühren. In der 18. Minute gibt es dann endlich mal wieder einen Lichtblick. Endlich wird schnell über Außen gespielt. Doch Nico Kanitz kann die Flanke von Toni Juraschek nur am Tor der Vogtländer vorbeiköpfen. Halles Spieler sind nun zwar bemüht, doch immer wieder geht das Leder durch Unkonzentriertheiten verloren. Wenn man sich denn doch mal dem Tor des VfB nähert, bekommt man die Kugel aber nicht im selbigen unter. Torsten Görkes Schuss aus 30 Metern verfehlt ebenso sein Ziel wie ein Heber von Shubitidze. Die Gäste fangen bereits jetzt an, auf Zeit zu spielen. Langes Warten bei Freistößen, simulierte Verletzungen - worauf der gute Schiedsrichter aus Rostock nicht hereinfällt - lassen das Spiel entgültig verflachen. Doch immer wieder kommen die Konter über Schuch kreuzgefährlich an den halleschen Strafraum. Die Angst vor einem erneuten Gegentreffer ist der Abwehr deutlich anzumerken. Sowahl Christian Kamalla als auch Alexander Gröger leisten sich die eine oder andere Unsicherheit. Doch Auerbach kann hieraus genauso wenig Kapital schlagen, wie die hallesche Offensive auf der anderen Seite wenig effektiv spielt. So geht es mit dem ernüchternden 0:1 in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel das gleiche Spiel. Doch nun reagiert auch Sven Köhler. Mit einem Doppelwechsel bringt er Rene Stark und Maik Kunze ins Spiel und sorgt so für frischen Wind in der Offensive. Plötzlich sind die Aktionen etwas durchdachter, ohne jedoch auch hundertproxzentig zu überzeugen. Aucherbach sticht dabei aber auch immer wieder in die Wunde. Immer wieder tauchen Sie gefährlich vor Horvat auf, der aber erneut einen glänzenden Tag hat. Beim halleschen Schlussmann können sich seine Vorderleute bedanken, dass sie im Spiel bleiben. Die Erinnerungen vom letzten Jahr waren plötzlich hellwach. Doch in der 68. Minute hallt ein Erlösungsschrei durchs weite Rund des Kurt-Wabbel-Stadions. Okay, die handgezählten 20 Leutchen im Gásteblock waren von der Aktion des HFC wenig begeistert, als Kevin Kittler den Ball über den Strafraum hinweg zu Maik Kunze passt. Dieser haut das Leder nach innen, wo Schubitidze genau richtig postiert ist. Der Georgier drischt das Leder zum Ausgleich in die Maschen. Nun geht ein Ruck durch das Spiel. Doch der HFC vertendelt immer wieder leichte Bälle und bringt sich so selbst in Gefahr. Auerbach hat zwei richtig gute Möglichkeiten, welche Darko Horvat in Weltklassemanier pariert. Doch auch der HFC hat noch seine Möglichkeiten. So wird ein toller Schuss von David Bergner gerade noch zur Ecke geklärt. Bei diesen Standardsituationen gelingt es denn den Gästen immer wieder, noch einen Fuß vor die einschussbereiten Hallenser zu bekommen. Clever, mit einem Hauch von Extrem-Zeitspiel, was vom Schiedsrichter leider (aus rot-weißer Sicht gesehen) nicht intensiv genug unterbunden wurde, sichern die Vogtländer einen Punkt in Halle. Für die Hausherren dürfte dieses Unentschieden deutlich zu wenig sein. Aber ganz ehrlich: Mit der heutigen Spielweise war kein Blumentopf zu gewinnen. Im letzten Jahr gingen aber solche Spiele verloren, diese Saison werden wenigstens noch Punkte mitgenommen. Mehr solcher schwachen Spiele darf sich Chemie aber nicht mehr erlauben, sonst gerät das Ziel extrem in Gefahr. Genau wie die Fans, die unermüdlich versuchten, ihre Lieblinge nach vorn zu peitschen, müssen auch die Fussball auf dem Platz stets 100% geben. Deshalb kann es nun nur heißen: Mund abwischen und nach vorn schauen...

Bilder vom Spiel und dem Drumherum sind hier zu finden


Das meinten die Trainer:

Sven Köhler (HFC): "Wir hatten uns heute viel vorgenommen. In den ersten fünf Minuten agierten wir auch sehr eindrucksvoll, konnten aber nach dem frühen Gegentreffer nicht zurückschlagen. Wir wurden immer nervöser. Auerbach war mit dem sehr starken Tomoski ein sehr guter Gegner. In der zweiten Halbzeit haben wir alles versucht. Die Auerbacher blieb mit Kontern gefährlich, scheiterten aber am starken Horvat. Mit etwas Glück kann man so ein Spiel gewinnen, aber das 1:1 ist ein gerechtes Ergebnis."
Steffen Dünger (VfB): "Die Zuschauer sahen ein aufgeregtes Spiel, am Ende mit einem gerechten Ausgang. Allerdings war der Punktverlust für uns nicht nötig. Der Ausgleichstreffer fiel nach einem groben Missverständnis in unserer Abwehr. Zudem in einer Phase, als wir das Spiel im Griff hatten. Kurz vor dem Tor hatten wir selbst zwei große Möglichkeiten. Jedoch ist solch ein Gegentor bei den kopfballstarken Hallensern immer möglich."

So spielten beide Teams:

Hallescher FC:

Horvat - Werner (56. Stark), Bergner, Gröger, Kamalla - Jurascheck (56. Kunze), Görke, Kittler, Kanitz - Shubitidze, Janecek
VfB1906 Auerbach:
Fröhlich - Vogel, Saalbach, Gorschinek - Düring (46. Weigl), Tomoski, Pannach, Wemme, Wieland - Schuch (90. Dressel), Pfoh (81. Schwarze)

Tore: 0:1 Schuch (6.), 1:1 Shubitidze (68.)

Zuschauer: 1.802

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