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17.08.2008
Trostlose Nullnummer zum Auftakt

Trostlose Nullnummer zum AuftaktIm Offenen Brief sprach das Regionalligateam von Stolz, mit dem sie das Emblem des Halleschen FC auf der Brust tragen. Stolz sollte allerdings auch Leidenschaft bedeuten. Wenn diese am heutigen Tag zum Auftakt der neuen Spielzeit gegen den FC Sachsen Leipzig zu 100% vorhanden war, dann werden es die Rot-Weißen in der neuen Liga äußerst schwer haben.

Im halleschen Kurt-Wabbel-Stadion war zum ersten Auftritt in der neuen Saison der FC Sachsen Leipzig zu Gast. Das weite Rund hatte heute aufgrund der Selbsteinschränkung der Hallenser nichts von Derby-Stimmung. Nur knapp 1.800 Leutchen waren im Rund und verbeiteten nur gelegentlich so etwas wie Athmosphäre. Eins muss man aber erwähnen: Der HFC hat zumindest beim Zuschauerservice hinzugelernt. Plötzlich waren die jeweiligen Blöcke der Hauptribüne ordentlich und übersichtlich sowie vor allem korrekt beschildert. Probleme waren so nicht zu bemerken. Schade, dass dies vor einer Woche nicht möglich war.

Gegen die Leutzscher, welche ihr Team komplett umgestellt haben, waren die Hallenser eigentlich die Favoriten, zumindest auf dem Papier. Auf dem Platz merkte man hiervon leider nicht viel. Bereits nach 2 Minuten jubelten die 500 Sachsen-Fans, doch viel zu früh. Das Leder zappelte zwar im Tor des HFC, doch laut und deutlich hatte der zu diesem Zeitpunkt noch eine ordentliche Linie pfeifende Schiedsrichter Zwayer abgepfiffen. Eine deutliche Behinderung von Adli Lachheb durch einen grün-weißen Angreifer hatte der Referee erkannt. Eine korrekte Entscheidung. Der HFC ist nun bemüht, ebenfalls etwas für das Spiel zu machen, doch so richtig Gefahr strömt nicht aus. Leipzig fällt dagegen durch extrem harte Attacken auf. Gelbe Karten sind die logische Folge. Doch nach einer Viertelstunde ist vom Anfangsglanz der Begegnung nicht mehr viel zu sehen. Vielmehr gleicht das Geschehen auf dem Rasen Rumpelfußball. Konstruktive Situationen sind vor allem bei den Hausherren Mangelware. Von diesem Niveau lässt sich auch der Schiedsrichter aus Berlin anstecken. Merkwürdige Entscheidungen hüben wie drüben bringen den Spielfluss entgültig ins Stocken.

Sporadisch gibt es aber doch noch das eine oder andere Lebenszeichen. Zunächst verfehlt Breitkopf knapp das Gehäuse des HFC. Auf der anderen Seite kann der Leipziger Torhüter vor Kanitz klären und Kunes Schuss halten. Von den beiden Offensivkräften Thomas Neubert und Rene Hebestreit ist außer Gestolpere nicht viel zu sehen. Mit einem Pfeifkonzert werden deshalb beide Teams in die Kabinen geschickt.

Überraschenderweise verzichtete HFC-Trainer Sven Köhler in der Halbzeitpause auf eine Auswechslung von heute sehr schwach agierenden Spielern. Nach 50 Minuten stockt den HFC-Fans der Atem. Philip Schubert geht sehr unglücklich im eigenen Strafraum in einen Zweikampf. Er trifft - wie die Fernsehbilder deutlich beweisen, hier lag der Unparteiische mal richtig - seinen Gegenspieler. Der Pfiff kommt folgerichtig. Es gibt Elfmeter für die Gäste. Rogoli schnappt sich die Kugel und schießt. Doch jubeln können die Hausherren. Denn das Leder schlägt nicht im Tor ein. Hexer Darko Horvat hebt ab und schlägt den Ball ins Seitenaus. Dies muss doch nun endlich das Signal für ein besseres Spiel des HFC werden! Und tatsächlich wirken die Rot-Weißen nun auch agiler. Doch gefährlicher werden die Offensivaktionen deshalb noch lange nicht. Kittlers Kopfball geht fünf Meter am Zielbereich vorbei. Und nach einer Stunde Spielzeit hat der FC Sachsen erneut eine Chance. Breitkopfs Schuss kann Darko Horvat gerade noch um den Pfosten lenken. Das war mehr als knapp. Der HFC übernimmt immer mehr das Geschehen, doch echte Gefahr sieht anders aus. Mit der Hereinnahme von Pavel David gewinnt das Spiel nach vorn mehr an Präzision. Doch Hebestreits Kopfball geht dennoch am Gehäuse der Sachsen vorbei.

Immer mehr ins Blickfeld rückt der Schiedsrichter, der das Spiel mehr und mehr zerpfeift. Strittige Abseitsentscheidungen bringen Rot-Weiß um gute Angriffszüge. In der 65. Minute muss es Elfmeter für die Hausherren geben. Klar und deutlich wird David von den Beinen geholt, doch nur der Schiedsrichter erkennt eine faire Handlungsweise des Leipziger Spielers. Etwas später nochmals eine ähnliche Szene, bei der Hebestreit klar im 16er von den Beinen geholt wurde, doch diesmal soll vorher Abseits gewesen sein. Wo, das weiß nur der Linienrichter. Spielerisch findet kein Team mehr den Weg zur Entscheidung. Sachsen möchte nicht mehr, der HFC kann nicht mehr. So endet das 60. Derby zwischen den beiden mitteldeutschen Tradionsteams trost- und torlos unentschieden. Sven Köhler hat vor allem im Offensivspiel noch viel Arbeit vor sich.

Bilder vom Spiel und dem Drumherum sind hier zu finden.


So spielten beide Teams:

Hallescher FC:

Horvat - Benes, Lachheb, Kamalla, Schubert, Kunze (55. David), Görke, Kittler (78. Stark), Kanitz (72. Beck), Hebestreit, Neubert

FC Sachsen Leipzig:
Lippmann - Werner, Hempel, Köckeritz, Baum, Garbuschewski, Moritz, Moses (74. Polten), Rogoli (78. Heinze), Haufe, T. Breitkopf (88. Hönemann)

Tore: Fehlanzeige

Zuschauer: 1.792 (darunter 500 Gäste-Anhänger)

Besonderes Vorkommnis: Rogoli scheitert mit Elfmeter an Horvat (51.)



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