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08.03.2009
Die Nummer 1 im Land ist und bleibt an der Saale beheimatet!

Die Nummer 1 im Land ist und bleibt an der Saale beheimatet!Die Choreo des halleschen Fanblocks hätte treffender nicht sein können: Beim Einmarsch der beiden Erzfeinde vom Halleschen FC und dem 1.FC Magdeburg zeigte diese ein Schachbrett unter dem Motto "König schlägt Bauer". Das nach dem emotionsgeladenen Derby am Ende tatsächlich ein "Schach-Matt" folgte, war dem unbedingten Kampfwillen der HFC-Kicker geschuldet.

Doch zunächst begann das Duell der beiden Spitzenteams Sachsen-Anhalts eine Viertel Stunde verspätet, damit allen der über 10.500 Leutchen den Weg ins alterwürdige Kurt-Wabbel-Stadion finden konnten. Den ersten Jubelsturm im weiten Rund gab es allerdings bereits vor dem Anpfiff. Stadionsprecher Markus Hein verkündete die unter der Woche heimlich vorgenommene Vertragsverlängerung von Darko "unser Torwart" Horvat. Damit ist ein großer Baustein für die Zukunft des HFC-Teams unter Dach und Fach. Somit brauchte es nur noch einen Sieg der Rot-Weißen, um den Tag perfekt zu machen.

Es war klar, das der FCM alles versuchen wird, um die Punkte an die Elbe zu entführen. Dementsprechend legte Blau-Weiß auch los. Doch mit der mittlerweile fast gewohnten "Auswärtstaktik" stand die HFC-Abwehr mehr als sicher. Nach vorn lauterte Chemie auf die sich bietende Chance, um diese nutzen zu können. So kamen die Gäste in den ersten zwanzig Minuten zu einigen Vorwärtsbewegungen, ohne sich jedoch hundertprozentige Möglichkeiten zu erarbeiten. Doch dann kam die 26. Minute: Der HFC erhält einen Eckball zugesprochen. Dieser segelt lang durch den Gästestrafraum. Adli Lachheb legt per Kopf zurück und findet das gleiche Körperteil von Markus Müller. Von hier findet das Leder den Weg ins Tor. Natürlich kennt der Jubel keine Grenzen. Obwohl - 3.000 im Gästeblock fanden das offensichtlich weniger schön. Auch die blau-weißen Kicker schienen von der Entwicklung geschockt. Plötzlich übernahm Chemie das Handeln in seine Hand. Sicherlich waren die Gäste spielerisch besser, doch den unbedingten Siegeswillen zeigte nur der HFC. Magdeburg fiel mehr durch unsportliches Verhalten auf. Ein Wunder, dass das Team zur Pause noch immer mit elf Spielern auf dem Rasen stand.

Nach der Halbzeitpause spielten sich zunächst weniger schöne Aktionen auf den Rängen ab. Aus dem Gästeblock flogen mehrere Rauchbomben Richtung Spielfeld. Auch im HFC-Fanblock zündelten Bengolas. Diese blieben allerdings im Block, waren schön anzusehen - aber dennoch halt verboten. Schade, dass man es nicht fertig bringt, einmal auf solche Dinge zu verzichten. Die eigene Arbeit mit tollen Choreos macht man damit selbst kaputt.

Irgendwann beruhigte sich das Geschehen und das Spiel konnte weitergehen. Fast hätten die HFC-Fans auch gleich jubeln können. Doch der erneute Schuss von Torschütze Markus Müller wird diesmal eine Beute vom FCM-Keeper. Nach einer knappen Stunde liegt das Leder doch wieder im Tor der Magdeburger. Der Treffer von Pavel David zählt aber nicht. Irgendwo hatte der Schiedsrichter zuvor ein Foul gesehen. Sei's drum, weiter geht's.

Nach etwa 70 Minuten droht die Situation zu eskalieren. Ein Ordner der Security befördert einen auf dem Zaun sitzenden FCM-Fan unsanft nach unten. Die Folge ist wohl eine Verletzung des Magdeburgers. Für den Rest des Gästeblocks ist dies das Signal zu bösen Krawallen. Feuerwerkskörper fliegen Richtung Spielfeld. Die Leute versuchen den Zaun zu entern. Polizei marschiert auf und greift ein. Logische Konsequenz: Das Spiel findet zunächst keine Fortsetzung. Beide Teams verschwinden in der Kabine. Das heißt nicht ganz: Einige HFC-Kicker beruhigen die eigenen Fans, damit die Situation nicht vollends aus dem Ruder läuft. Doch diese lassen sich auch vom Abbrennen einer "Fanatics"-Fahne, welche vor längerer Zeit einmal von "mutigen" Magdeburgern einem 12jährigen abgezogen wurde, provozieren. Auf der anderen Seite sieht man keine Offiziellen oder Spieler des FCM, um die eigenen Massen zu beruhigen. Deeskalation von Vereinsseite sieht anders aus. Vielmehr mussten die FCM-Anhänger vom Stadionsprecher auch noch auf das Unterlassen von rassistischen Äußerungen hingewiesen werden. Es dauerte eine gute Viertelstunde bis erneut das Spiel fortgesetzt werden konnte. Leider wird in den Medien die Situation als Ausschreitungen in beiden Lagern bezeichnet. Wiedereinmal werden Geschehnisse nicht korrekt dargestellt. Es bleibt nur zu hoffen, dass diesmal Journalisten den Mut finden, auch einmal die Wahrheit zu schreiben. Diese ist nunmal, dass die HFC-Fans bis auf die kleine, sicherlich unnötige Bengalo-Aktion zu Beginn der 2. Halbzeit tatsächlich ruhig blieben und ihr eigenes Team fair anfeuerten.

Doch wie bereits gesagt, sollten auch noch 20 Minuten Fußball gespielt werden. Chemie arbeitete fast nur noch in der Verteidigung. Magdeburg drehte auf. Der HFC war offensichtlich stehend K.O. und wurde durch eine gelb-rote Karte an Pavel David zusätzlich geschwächt. Musste man hier tatsächlich Gelb zücken, wenn man zuvor härte Dinge fast gar nicht bestraft? Der Schiedsrichter hatte diese Meinung und so wurde es zu einem Spiel auf des Messers Schneide. Höhepunkt war ein Freistoß in etwa 18 Metern Entfernung. Zu dieser Zeit waren bereits 5 furchtbar lange Minuten mit zahlreichen FCM-Möglichkeiten nachgespielt. Der HFC hatte kaum noch für Entlastung sorgen können. Vujanovic zieht besagten Freistoß Richtung Horvat-Tor. Ping - Ping! Erst prallt das Leder vom rechten Pfosten (aus Horvats Sicht) ab, geht an den linken Pfosten und von da ins Aus. Die plumpsenden Steine der HFC-Fans hat man sicher bis nach Magdeburg gehört. Der Rest ist nur noch Jubel. Der Pfiff des Schiedsrichters folgt nämlich prompt. Die Nummer 1 in Sachsen-Anhalt ist und bleibt an der Saale beheimatet!

Bilder von diesem Derby gibt es hier zu sehen!


Das meinten die Trainer nach dem Spiel:

Paul Linz (FCM):

"Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben gekämpft, aber unsere Chancen nicht genutzt und auch Pech gehabt. Der Aufstieg wird jetzt ganz schwer, da brauchen wir uns nichts vormachen. Es sind aber noch 13 Spieltage. Der FCM ist noch nicht weg vom Fenster."

Sven Köhler (HFC):
"Am Ende war unser Sieg sicherlich etwas glücklich. Die Magdeburger waren anfangs dominant, aber nach unserem 1:0 haben wir befreit aufgespielt. Bis zur Pause boten wir zur Pause einen sehr guten Fußball. In der zweiten Hälfte haben wir uns mit allen Mitteln der Magdeburger Offensive entgegen gestemmt. Wir freuen uns für den Augenblick."

So spielten beide Teams:
Hallescher FC:

Horvat - Schubert, Lachheb, Kamalla, Benes, Re. Stark (86. Lindenhahn), Finke, Kittler, Müller (65. Kunze), David, Neubert

1.FC Magdeburg:
Beer – Bankert, Wejsfelt, Gewelke (65. Reimann), Rosin, Racanel, Vujanovic, Watzka (83. Matthias), Probst, Bauer, Braham

Tor: Müller (26.)

Gelb-Rote Karte: David (80.)

Zuschauer: 10.851 (daruner 3.000 Gäste)





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