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25.04.2009
Die Serie ist gerissen: Erste HFC-Niederlage der Saison!

Die Serie ist gerissen: Erste HFC-Niederlage der Saison!27 Spieltage hat die Konkurrenz gebraucht, nun hat sie es geschafft: Der Hallesche FC hat in der Regionalliga Nord seine erste Niederlage hinnehmen müssen. Gegen die Bundesligareserve von Hannover 96 verlor man mit 0:2. Dadurch haben die Aufsteigshoffnungen der Rot-Weißen einen herben Rückschlag erhalten. Allerdings entstand diese Niederlage mit einem herben Beigeschmack. Es ist schon erstaunlich, wie erfahrene Bundesliga-Schiedsrichter ähnliche Situation unterschiedlich bewerten können. Doch der Reihe nach.

Zunächst war man natürlich wieder einmal etwas ernüchtert, als man ins weite Rund des Kurt-Wabbel-Stadion blickte. Nur etwas über 2.000 Zuschauer fanden den Weg auf die Tribünen. Die Ursachen hierfür sind sicher vielschichtig - Handlungsbedarf ist vorhanden.

Auf dem Rasen wussten die Hausherren, wie wichtig dieses Spiel war. Hoch konzentriert waren sie sofort präsent. Nach 12 Minuten gab es denn auch gleich die erste richtig gute Möglichkeit. Doch zunächst konnte der Kopfball von Steve Finke nach einer Ecke von Thorsten Görke vom Hannoveraner Schlussmann noch abgewehrt werden. Den Abpraller wollte Jan Benes noch über die Linie bugsieren, traf aber nur einen auf eben dieser postierten Niedersachsen, der den Treffer der Hausherren verhinderte. Kurze Zeit später macht Nico Kanitz alles richtig. Im Expresstempo stürmt er Richtung Gästetor und sieht den gut mitlaufenden Thomas Neubert. Doch dieser verkompliziert die Situation und kann so noch am Schuss gehindert werden. In der 28. Minute haben die Hallenser den Torjubel bereits auf den Lippen. Der sehr agile Rene Stark zog aus 20 Metern ab, konnte aber nur den linken Pfosten treffen. Praktisch im Gegenzug prüfte der auffällige Niedersachse Hahne Darko Horvat mit einem Freistoß-Hammer, den dieser aus der Gefahrenzone faustete. Wenig später erhielten die Gäste in 35-Meter-Torentfernung nach einem "Stolperer" einen Freistoß zugesprochen. Erneut legte sich Hahne das Leder zurecht. In Anlehnung an Görkes Hinspieltreffer machte der 96er diesmal das gleiche. Darko Horvat hatte nicht den Hauch einer Chance, als der Donnerschlag in seinem Kasten einschlug. Mit diesem Treffer wurde es ruhig im weiten Rund. Doch Chemie versuchte es weiter offensiv. Doch der Fusballgott war diesmal nicht Rot-Weiß. Thorsten Görke hämmert einen Freistoß aus 18 Metern an die Querlatte. Chemie sollte nicht belohnt werden für seine agile und kämpferische Spielweise.

Nach dem Pausentee hatten die Gäste die erste Möglichkeit. Mit einem einfachen Bauerntrick düpiert Zizzo die HFC-Abwehr, doch sein Schuss ist mehr als harmlos und kein Problem für "Horvat - unser Torwart". Auf der Gegenseite hatte erneut Thorsten Görke eine Freistoßmöglichkeit, welcher diesmal aber über das Tor ging. Nun mischte sich langsam der Schiedsrichter aus Bremen namens Peter Gaggelmann ins Geschehen ein. In der ersten richtig strittigen Szene in der 50. Minuten wurden sowohl Rene Stark als auch Thomas Neubert im Strafraum der Gäste gelegt. Der Bundesligaschiedsrichter wertete diese Aktionen als normale Zweikämpfe und ließ den Pfiff ausbleiben. Eine ähnliche Situation in der 66. Minute wertete er dann aber anders. Christian Kamalla und Jaroslaw Lindner sind im HFC-Strafraum im Zweikampf, bei welchem der Hannoveraner zu Fall kommt. Diesmal ertönt die Pfeife des Schiedsrichters. Wie sagte der Moderator des MDR so treffend: "Der Schiedsrichter entschied in allen Fifty-fifty-Entscheidungen gegen den HFC." Nick Proschwitz schnappte sich jedenfalls das Leder und ließ sich die Möglichkeit nicht entgehen. Clever verlud er HFC-Keeper Darko Horvat und sorgte für die Vorentscheidung. Doch praktisch im Gegenzug dringt Rene Stark in den Strafraum der Gäste ein. Klar und deutlich wird ihm der Ball abgejagt und vom 96-Abwehrspieler zum Torwart zurückgespielt, welcher das Leder unberechtigt aufnimmt. Doch erneut müssen die Hallenser auf den Pfiff des Schiedsrichters verzichten. HFC-Coach Sven Köhler, eigentlich die Besonnenheit in Person, reklamiert für den Schiedsrichter-Assistenten zu heftig. Gagelmann verbannt deshalb den Trainer auf die Tribüne. Nun kippt die Stimmung vollends. Bierbecher treffen ein MDR-Team, was letztlich nur den Trainer des HFC filmen wollte. Trotz aller ausgelebter und vor allem angesichts der ungerechten Schiedsrichterleistung verständlichen Emotionen sind dies Dinge, die dem HFC nur schaden. Hier muss sich einfach jeder im Griff haben. Nicht der Schiedsrichter schießt Tore, sondern das Team. Dem HFC war es diesmal nicht vergönnt - das Glück nicht auf seiner Seite. Das muss man so akzeptieren.

Das meinten die Trainer nach dem Spiel:

Andreas Bergmann (Cheftrainer Hannover 96 II):

"Wir erlebten heute ein sehr emmotionales Spiel, in dem der HFC natürlich stark unter Druck stand. Uns machten einige Besetzungsprobleme vor dem Spiel große Sorgen. So musste ich einige Spieler auf das Feld schicken, die kaum Spielpraxis hatten. Unser heutiger Sieg ist nicht völlig unverdient, auch wenn wir einige schwere Phasen zu überstehen hatten. Da stand schon einige mal das Glück auf unserer Seite. Auch in diesen Phasen waren wir phasenweise am Drücker und kam zu verheißungsvollen Kontern. So zum Beispiel kurz nach der Halbzeit. Wer sich an das Hinspiel erinnert, der weiß noch, da war es fast umgedreht. Ich bin sehr stolz auf meine junge Mannschaft. Dem HFC wünsche ich für die Schlussphase der Meisterschaft alles Gute."

Sven Köhler (HFC):
"Wer ein Spiel mit 2:0 beendet, hat verdient gewonnen. Für die überaus spielstarken Hannoveraner war es eine geglückte Revanche des Hinspieles, wo sie unglücklich mit 0:1 verloren. Wir hatten Hannover natürlich vorher beobachtet und wussten, sie sind sehr spielfreudig und sicherlich die beste zweite Bundesligamannschaft in unserer Liga darstellen. Über weite Strecken des Spieles waren wir klar das bessere Team. Am Ende haben wir uns von der Hektik anstecken lassen. Aber diese Niederlage wirft uns nicht um. Wir haben bislang eine tolle Saison gespielt und meine Jungs werden diese auch ordentlich zu Ende bringen. Vielleicht kam die heutige Niederlage zum richtigen Zeitpunkt. Aber es sind noch sieben Spiele zu absolvieren. Man weiß immer noch nicht, was am Ende heraus kommt. Ich hatte heute nicht den Eindruck, dass einige Schiedsrichterentscheidungen in unsere Richtung liefen. Zur Situation als ich auf die Tribüne musste, möchte ich bemerken, dass den Schiedsrichter lediglich auf eine Fehlentscheidung aufmerksam machen wollte. Dabei war ich natürlich laut, habe mich aber nicht im Ton vergriffen. Ja klar, habe ich die Coachzingzone verlassen. Ich wollte auch einmal testen, ob ich die 25 m genau so schnell hinlegen kann wie der Linienrichter. Als Trainer hat man eben Emmotionen, das ist doch normal. Schließlich ging es heute um sehr viel."

So spielten beide Teams:

Hallescher FC:
Horvat - Schubert, Lachheb, Kamalla (75. Kunze), Benes, Re. Stark, Finke, Görke (61. Hebestreit), Kanitz, David, Neubert (61. Müller)

Hannover 96 II:
Maluck - Burmeister, Otto, Hofmann, Hahne, Zizzo (83. Ghasemi-Nobakht), Hilker, Chahed (86. Wegner), Boachie (77. Büchler), Proschwitz, Lindner

Tore: 0:1 Hahne (38.), 0:2 Proschwitz (68./FE)

Zuschauer: 2.066 (darunter keine offensichtlichen Gästefans)

Besonderheit: HFC-Trainer Sven Köhler wegen Reklamierens auf die Tribüne verwiesen (68.)





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